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	<title>Das Schönste an Deutschland ist die Autobahn &#187; Semiotik</title>
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		<title>SCHÖNHEIT UND REVOLTE</title>
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		<pubDate>Wed, 29 Jul 2009 07:40:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Georg Seeßlen</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Semiotik]]></category>

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Das Schöne ist in der Welt der Zeichen das, was „Charisma“ in der Welt der Menschen und ihrer Beziehungen ist: Eine Möglichkeit, aus eigener Kraft die Macht der Regeln, der Unterdrückungen, der Ordnungen, der Bürokratien, der Konventionen, der kleinen und großen Unterschiede, der Bildung, der Sprache und so weiter zu überwinden. Die Faszination, die vom [...]]]></description>
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<p class="MsoNormal">Das Schöne ist in der Welt der Zeichen das, was „Charisma“ in der Welt der Menschen und ihrer Beziehungen ist: Eine Möglichkeit, aus eigener Kraft die Macht der Regeln, der Unterdrückungen, der Ordnungen, der Bürokratien, der Konventionen, der kleinen und großen Unterschiede, der Bildung, der Sprache und so weiter zu überwinden. Die Faszination, die vom Schönen ausgeht, ist stärker als die Macht der etablierten Herrschaft, die sich ausdrückt in einer Ordnung der Zeichen. <span id="more-216"></span>Ein schöner Satz ist nicht nur mehr als seine Aussage (ein ästhetischer Mehrwert), er ist im Gegenteil sogar etwas anderes als seine Aussage. Er ist eine Revolte gegen den Terror der Sprache. (Gute Schriftsteller sind ja nicht Leute, die sich mit der Sprache leicht tun, sondern solche, die mit ihr im Kampf stehen.)</p>
<p class="MsoNormal">Jede Schönheit entsteht als Akt der Revolte. Deswegen verstehen wir, warum es zu gewissen Zeiten mehr Schönheit und in anderen weniger gibt. (Ungeachtet eines Missverhältnisses zwischen Angebot und Nachfrage werden wir das Schöne also immer auch als Historisches beschreiben müssen.) Das Schöne enthält die Revolte zugleich als Utopie und als Denkmal. Daher ein Hang zur Melancholie; man weiß nie, ob man von einem Kommenden oder einem Gestorbenen fasziniert ist.</p>
<p><!--EndFragment--></p>
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		<title>WEITERE NOTIZEN ZUR ABSCHAFFUNG DES DENKENS</title>
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		<pubDate>Sat, 25 Jul 2009 15:41:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Georg Seeßlen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Semiotik]]></category>

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Die bürgerliche Kultur zu retten, ist es vermutlich zu spät
Das Grauen gegenüber den stets neuen Geschmacklosigkeiten und Debilitäten der populären Kultur im Allgemeinen und des vergehenden Leitmediums Fernsehen im Besonderen ist vor allem die andere Seite des Grauens gegenüber dem Verschwinden der bürgerlichen Kultur. Diese wiederum besteht aus nichts anderem als aus Differenzierung: Sie ist [...]]]></description>
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<p class="MsoNormal"><strong>Die bürgerliche Kultur zu retten, ist es vermutlich zu spät</strong></p>
<p class="MsoNormal">Das Grauen gegenüber den stets neuen Geschmacklosigkeiten und Debilitäten der populären Kultur im Allgemeinen und des vergehenden Leitmediums Fernsehen im Besonderen ist vor allem die andere Seite des Grauens gegenüber dem Verschwinden der bürgerlichen Kultur. Diese wiederum besteht aus nichts anderem als aus Differenzierung: Sie ist entfernt vom Kindischen, Regressiven, Sexuellen, Rohen, Gewalttätigen, Dummen, sie ist, mit einem Wort, vom Körperlichen entfernt. Aber sie differenziert sich nur auf der Ebene der Codes, auf einer tieferen Schicht der ästhetisch-politischen Praxis schließt sie sie nicht aus, sondern umschließt sie auch. Das Lustige und Spannende an der „bürgerlichen Kultur“ ist es, dass genau das, was sie sich äußerlich vom Leibe hält, in ihrem Inneren immer wieder aufbricht. Weshalb sie sich ja auch, ganz zu Recht, selber nicht geheuer ist.<span id="more-171"></span></p>
<p class="MsoNormal">Denken wir uns einen Weg von einem Horrorfilm, wie „Martyrs“ oder „Hostel“ zu „Penthesilea“, nehmen wir den Weg über Heinrich von Kleist. Am Ende erkennt die Amazone, dass sie ihren geliebten Feind, Achilles, im Liebesrausch inmitten ihrer Bluthunde zerfleischt hat. Nicht der fürchterlichste Horrorfilm würde sich eine solche Phantasie gestatten; Stephen King hat lange, lange vor dem Punkt aufgehört, an dem Kleist, an dem der Mythos erst beginnt. Das macht: Auch die Bilder und Erzählungen der populären Kultur sind durch ihre Differenz geprägt. Sie dürfen eine Menge (alles jedoch nicht, wie uns die Kulturpessimisten raunen), aber eines ganz sicher nicht: Sie dürfen nicht „Ernst machen“.</p>
<p class="MsoNormal">Es ist also keineswegs eine Art von Sieg der popular culture über die bürgerliche Kultur, wenn das eine so weit verschwindet, dass ein praktischer Umgang mit ihr (einen klassischen Roman lesen, ein Theaterstück besuchen, ein Gemälde betrachten, das nicht im Rahmen eines Events präsentiert wird) beinahe schon wieder dissident erscheint – jedenfalls keineswegs mehr, wie in der klassischen bürgerlichen Kultur der Art, wie sie Pierre Bourdieu noch beschrieb, im Diskurs der Verallgemeinerung und Legitimierung von Macht: Bürgerliche Kultur hat mit bürgerlicher Herrschaft kaum noch etwas zu tun, sieht man einmal von einer Beschäftigungstherapie für Gescheiterte ab.</p>
<p class="MsoNormal">Im Gegenteil, die „Gegenseite“ zieht aus der Abwesenheit einer widersprechenden Konkurrenz gleichsam das Recht, sich weiter zu infantilisieren, von der gesellschaftlichen Praxis zu distanzieren und auf alles „Ernst machen“ zu verzichten. Pop-Kultur, in der das Verdrängte, Unterdrückte und Obszöne zum Bild wird, wird ohne Reibung an der bürgerlichen Kultur genau das, was sie jener, nicht zu Unrecht (wenngleich ohne Bewusstsein), vorwirft: langweilig.<span> </span></p>
<p class="MsoNormal">Zu glauben, das Verdrängte könnte sich einfach so befreien, indem es seinen radikalsten Ausdruck sucht, wie meinethalben bei einem „Orgien Mysterien“-Stück der Wiener Aktionisten, kann sich nur in einer selber ungeheuer engen Kultur ereignen. So wäre ja die populäre Kultur mit ihren endlosen Haufen von Sex, Gewalt und guter Laune nichts anderes als ein ebenso endloses „Befreien“ eines Unterbewussten, dem das Bewusstsein abhanden gekommen ist, einem Verdrängten, dem die Verdrängung abhanden gekommen ist, einem Ventil, das geöffnet wird, obwohl die Maschine gar nicht unter Dampf steht. Kein Wunder also, dass wir uns nicht mehr von der Stelle bewegen.</p>
<p class="MsoNormal">Die populäre Kultur wurde „gut“ geheißen, eben aus einer mehr oder weniger dissidenten oder wenigstens liberalen Position innerhalb der bürgerlichen Kultur, und auch heute noch entsteht alles Wissen über die populäre Kultur (jenseits von Trendanalysen, unsinnigen Statistiken, Einschaltquoten und Profitrechnungen) aus dissidenten, fragmentarisierten, krisenhaften Elementen der bürgerlichen Kultur (noch bis hin zur Sammelwut eines „Star Trek“-Fans). Wenn man etwas über Pop-Kultur sagen will, muss man es mit den Mitteln der bürgerlichen Kultur tun. Allein die Idee, an der populären Kultur könne irgend etwas „subversiv“ sein, es könne Verbotenes und Unterdrücktes zu seinem Recht kommen, ist eine durch und durch bürgerliche Idee. (Die „echte“ populäre Kultur ist sich selber völlig gleichgültig. Alles, was über ihr bloßes Da-Sein hinausgeht bleibt ihr fremd, und gerade der <span>Hang, wenn es nicht gar ein Zwang ist, zur Selbstreferentialität, kann beschrieben nur außerhalb ihrer werden. Er ist das pure Verwertungsinteresse, der sich durch die Serien-, Rock’n’Roll- und Comic-Welten als Hypertext zieht. Ansonsten dient er zu nichts anderem, als zum Überleben der raren Erfolge im Mehr der Gleichgültigkeit.)</span></p>
<p class="MsoNormal">Die bürgerliche Kultur und die populäre Kultur haben stets vor allem ihre Differenz zum Inhalt gehabt. Sicher kann man, wiederum mit Bourdieu sagen, dass es auf der einen Seite um die Kontrolle geht, und auf der anderen Seite um die Körper. Es wird verhandelt auf der Ebene der Bilder und Erzählungen „zwischen denjenigen, die bloße Natur sind, und den anderen, die in ihrem Vermögen, die eigene biologische Natur zu beherrschen, ihren legitimen Anspruch auf Beherrschung der gesellschaftlichen Natur bekräftigen“ (Bourdieu).</p>
<p class="MsoNormal">Das Unordentlich-Wuchernde auf der einen Seite, voller fließender Übergänge (das „Selbstreferentielle“ nämlich ist eben dies, ein „smoothing“ der Konturen), voller Verschwommenheiten. Und das Geordnete und Klare, auf dem man aufbauen kann, und das einen aufbaut. In der populären Kultur lässt man sich treiben, die bürgerliche Kultur dagegen akkumuliert man: Jedes neue Buch, das man gelesen hat, macht einen „reicher“. Denkste!</p>
<p class="MsoNormal">Der Dandy des Medienzeitalters ist in der bürgerlichen Kultur unterwegs, als wäre es Pop, und in der Pop-Kultur als wäre es Bildung. Den grundlegenden Widerspruch löst das nicht.</p>
<p class="MsoNormal">Umgekehrt ist es das Kreuz jeder Kritik der populären Kultur, da sie mit Mitteln und in Verwendung von Kriterien der bürgerlichen Kultur geschieht (woran auch die unterschiedlichsten Formen von „Angleichung“ nichts ändern, und genau so wenig, wenn sich diese Mittel und Kriterien der bürgerlichen Kultur mit einem linken Anspruch verknüpft); sie ist so spieleverderberisch wie un-authentisch. Während nämlich die bürgerliche Kultur gar nicht denkbar ist ohne sie begleitende Kritik, ist populäre Kultur in sich selber letztlich unkritisierbar außer in ihrer Praxis selber. Sie produziert ihre eigene Ideologie, die von der Aussage „Wir lassen uns unseren Spaß nicht nehmen“ zu einer zweiten führt: „Alles was außerhalb ihrer ist, ist bereits ein Versuch, uns unseren Spaß zu nehmen“. So bereitet der Medienpopulismus den Diskurs für medienpopulistische Politik: Wer in den populären Umfragen für mehr „Volksmusik“ im Fernsehen votiert – völlig unsinnig, nebenbei, denn es gibt bei dem Angebot unserer Fernsehanstalten ohnehin keine Zeit, in der der Zuschauer nicht eine Volksmusiksendung sehen könnte, dieser Umfrage-Teilnehmer will also selber nicht mehr Volksmusik, weil er mehr Volksmusik gar nicht sehen kann, sondern er will, dass auch andere nichts anderes sehen sollen als Volksmusik – der trainiert sich eine ausschließende Politik an.</p>
<p class="MsoNormal">Es ist ab einem gewissen Grad eben nicht mehr zu unterscheiden, wer der Urheber einer Idiotie wie dieser ist: <em>„Angelina Jolie. Schockbeichte: Ich wollte eine Frau heiraten! Ich liebte schon mit 14 Sadomaso. Ich möchte gern Blut trinken“.</em><span> (BILD, Schlagzeile vom 24. 03. 2007.) „Das Zeichen nötigt uns,“, sagt der Philosoph Brice Parain, „für seine Bedeutung ein Objekt uns vorzustellen“. Aber für einen Schwurbel wie diesen können wir ein Objekt uns <span>beim besten Willen nicht mehr vorstellen. Wir können uns niemanden vorstellen, der so dumm ist, dass die Zeichen unserer populären Kultur in ihrem „Mainstream“ durch Bedeutung mit verbunden sind.</span> Wer die BILD-Zeitung „liest“, der hat sich die Welt gar nicht fundamental komplexreduziert, er hat sie sich unvorstellbar gemacht. Er kann sich ein Objekt hinter den Schlagzeilen nicht vorstellen und nimmt sie doch für bare Münze. Es ist Pop-Kultur im Status der ungebändigten Hysterie. <span>Selbst wenn wir sie noch nennenswert hätten, könnte „bürgerliche Kultur“ darauf angemessen nicht mehr reagieren</span>. Denn für sie muss Brice Parains Satz von der Beziehung von Zeichen, Bedeutung und Objekt gelten. Für die entgrenzte populäre Kultur dagegen wird das Zeichen (und sein Träger) selber zum Objekt. „Es steht in der BILD-Zeitung“ heißt nicht: „Es ist wahr“. Es heißt: „Es steht in der BILD-Zeitung“. Das ist viel mehr als wahr. Es bezeichnet nicht. Es ist. </span></p>
<p class="MsoNormal">Die bürgerliche Kultur zu retten, um uns vor dem Ertrinken in den tautologischen Objekt-Zeichen der populären Kultur zu schützen, ist es vermutlich zu spät. Wir müssen uns wohl was Neues einfallen lassen.</p>
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		<title>DIE SCHÖNE SORGE: NOTIZEN ZUR FILMKRITIK</title>
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		<pubDate>Tue, 14 Jul 2009 09:51:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Georg Seeßlen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Filmkritik]]></category>
		<category><![CDATA[Filmwissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Semiotik]]></category>

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		<description><![CDATA[„Einige wollten den Roman als eine Art kinematographisches défilé der Dinge. Diese Vorstellung war absurd“. So schrieb Marcel Proust. Einige andere aber wollten das Kino als eine Art romanesken Reigen der Dinge. Diese Vorstellung war genau so absurd.  
Sherlock Holmes und das Denkverbot: Man kam überein, das Richtige nur dadurch zu erhalten, dass das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Einige wollten den Roman als eine Art kinematographisches défilé der Dinge. Diese Vorstellung war absurd“. So schrieb Marcel Proust. Einige andere aber wollten das Kino als eine Art romanesken Reigen der Dinge. Diese Vorstellung war genau so absurd.  </p>
<p>Sherlock Holmes und das Denkverbot: Man kam überein, das Richtige nur dadurch zu erhalten, dass das Falsche ausgeschlossen wurde. Schritt für Schritt werden alle Alternativen beiseite gelegt, und was am Ende übrig bleibt, das wäre, nun ja, die Wahrheit. Die Welt ist das sorgsam geschiedene Material, das erschöpfend behandelt wird. So wurde die Sherlock-Holmes-Wissenschaft zum Todfeind intellektueller Offenheit: Die Widersprüche sind nicht nur zwischen den Dingen, sondern in den Dingen zu beschreiben. <span id="more-157"></span></p>
<p>Doch schon, wenn man die Welt als Bild betrachtet, ist es aus mit der Sherlock-Holmes-Methode. In einem Bild kann man weder etwas ausschließen noch Richtiges von Falschem unterscheiden. Paradoxerweise gibt es in einem Bild keine eindeutigen Indizien. Das Falsche im Bild ist nur zu beschreiben in Bezug auf etwas, das außerhalb des Bildes ist. Zum Beispiel hält man Teile eines Bildes in Bezug auf ein abgebildetes für „falsch“, etwa wenn ein armseliger Maler aus Versehen menschliche Gliedmaßen unproportional wiedergibt oder den Lichteinfall falsch berechnet. Im autonomen Bild dagegen gibt es nichts Falsches. </p>
<p>Das kinematographische défilé, von dem Marcel Proust sprach, gibt es daher nicht. Das Bild selber steht im Widerspruch zum défilé. Das Bestreben nach Autonomie des einen widerspricht der Ordnung des anderen. Umgekehrt möchten Text-Dimensionen autonom werden, ohne ihren défilé -Charakter überwinden zu können. Nur weil wir im Kopf den Roman sehen und den Film lesen, sind diese Geschichten der Widersprüche nicht verschwunden. </p>
<p>Wir „verstehen“, indem wir Elemente, die sich mehr oder weniger genau beschreiben lassen, miteinander in logische Beziehung setzen. Die Beziehung, nicht die Beschreibung, ist der „Sinn“. Logische Beziehungen wiederum sind Elemente, die sich miteinander in Beziehung setzen lassen. Und so weiter. Wissenschaft geht zurück auf die beschreibbaren Elemente, Kritik dagegen fügt den Beziehungen weitere hinzu. Mehr oder weniger logische Beziehungen zwischen Systemen, zum Beispiel dem System eines Films und dem System eines Wahrnehmungscodes. (Oder zwischen einem Bild und einer Regierung.)</p>
<p>Das défilé ist eine Illusion der Auswahl. Ein défilé der Waren, ein défilé der Körper, ein défilé der Thesen. Film ist die Auflösung des défilés. So dass auch der Kritiker fehl geht, wenn er glaubt, auswählen zu können, als säße er vor einer Nummernrevue. </p>
<p>Je komplizierter „Film“ wird, desto einfacher soll Kritik werden, als sei ihre Aufgabe vor allem die „Komplexreduzierung“. Das ist entweder Irrtum oder Korruption. </p>
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