Archiv für die 'Kultur'-Kategorie

Jan 14 2011

Die Abenteuer von Trix Ibsen & Pete O’Resc: Der Weg durch die Galaxien (2)

Veröffentlicht von Georg Seeßlen unter Kultur.

was vorher geschah

können Sie hier lesen: Die Abenteuer von Trix Ibsen & Pete O’Resc: Der Weg durch die Galaxien (1)

Fortsetzung: Der Weg durch die Galaxien (2)

In diesem Augenblick meldete sich G.O.T.T. zu Wort. „Lieber Pete, es gibt 23 Antworten auf die Frage wie die Exkremente der ausgestorbenen Gattung namens ‚Kuh’ auf die oberste Bedeckung einer architektonischen Einheit der noch nicht ganz ausgestorben Gattung „Mensch“ gelangen könnte. Die meisten davon haben etwas mit dem vierdimensionalen Raum/Zeit-Kontinuum zu tun und könnten von mir weder in der Sprache der Gattung ‚Kuh’ noch in der der Gattung ‚Mensch’ einigermaßen verständlich wiedergegeben werden. Ich bitte dies auf keinen Fall als abschätzige Bemerkung gegenüber den Sprachen von Kühen und Menschen zu verstehen, vielmehr muss ich einmal mehr die Grenzen meiner semiotischen Module erkennen. Ein Seitenprogramm zu seiner Verbesserung steht mir derzeit leider nicht zur Verfügung. Möchten Sie die möglichen Antworten auf Ihre Frage trotzdem hören? Sie werden voraussichtlich etwa 7 einhalb Jahre der Menschenzeit dafür benötigen. Wenn ich, lieber Pete, nicht innerhalb von zehn Sekunden Menschenzeit einen gegenteiligen Auftrag von Ihnen erhalte, setze ich Ihr Einverständnis voraus, mit der Projektion vierdimensionaler Raum/Zeit-Modelle zu beginnen. Eins, zwei…“

„Mein Gott, G.O.T.T.“, schrie Trix. „Kannst Du nicht einmal vernünftige Prioritäten setzen?“. Weiterlesen »

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Jan 11 2011

Titelschutz (5)

Veröffentlicht von Georg Seeßlen unter Kultur.

Und was erfahre ich heute aus meiner Lieblungsrubrik „Titelschutz“ im „Börsenblatt des Deutschen Buchhandels“?  Drei Bücher werden im nächsten Jahr meine Tauchversuche in den Abgründen des Seins begleiten (oder auch nicht):

„Gelassene Bewusstheit“

Zugleich aber auch

„Bewusste Gelassenheit“

Denn merke:

„Dem Leben sind deine Visionen egal“

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Dez 25 2010

Und das nicht nur zur Weihnachtszeit!

Veröffentlicht von Georg Seeßlen unter Kultur.

Ist es wirklich zu glauben? Die Frankfurter Allgemeine Zeitung für Deutschland stellt am Heiligen Abend die erste Seite ihres Feuilletons niemand geringerem als Thilo Sarrazin zur Verfügung. TÖRRÖÖÖ! (Das ist der Sound, mit dem den deutschen Bildungsbürgern der letzte Marsch geblasen wird.)

„Wie schön wäre es, wenn unsere politischen Führer nicht nur über die Halbbildung ihrer Redenschreiber, sondern über eigene Bildung verfügten!“ TÖRRÖÖÖ! Weiterlesen »

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Dez 13 2010

Titelschutz (4)

Veröffentlicht von Georg Seeßlen unter Kultur.

Ach, all diese wunderschönen, dies und jenes versprechenden Buchtitel in meiner Lieblingsrubrik „titelschutz“ im Börsenblatt des Deutschen Buchhandels! Diesmal mit viel Christentum und Management und, warum nicht, mit beidem zugleich: „Projektmanagement und Spiritualität“. Es geht halt um die letzten Fragen. Zum Beispiel: „Christus oder Hitler?“. Weil der dazugehörige Verlag seinen Sitz am Dominikanerplatz in Würzburg hat, gehe ich mal davon aus, dass für Adolf diesmal nur ein ehrenwerter zweiter Platz bleibt. Weiterlesen »

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Dez 12 2010

Aus unserer Serie: So war die deutsche Vergangenheit

Veröffentlicht von Georg Seeßlen unter Gesellschaft, Kultur.

Die Stuttgarter Zeitung bietet eine DVD-Reihe mit „Bewegenden Momenten aus privaten Archiven“ zur Geschichte der Stadt an. Was bekommen wir in der 1. DVD zu sehen, „30er & 40er Jahre“?

„Die Zeiten sind nicht einfach: Daimler-Benz steckt in einer schweren Krise, politische Veränderungen sind spürbar. Ob Turnfest, Cannstatter Wasen oder Reichsgartenschau – über allem prangen die Symbole der Nationalsozialisten. Der Krieg legt die Stadt in Trümmer. Doch die Menschen geben nicht auf: Stuttgart blickt nach vorn“.

So also waren die dreißiger und vierziger Jahre in Stuttgart, erst eine Daimler-Benz-Krise, dann diese komischen Fahnen überall, wo die nur herkommen?, und dann auch noch ein Krieg. Aber was soll’s: Stuttgart blickt nach vorn. Bis in die „80er & 90er Jahre“ (DVD 5):

„Bunt, schrill und abwechslungsreich – das sind die 80er und 90er Jahre in Stuttgart. Das Staatstheater und die neue Staatsgalerie ziehen die Menschen in ihren Bann. Die jungen Leute tanzen Hip-Hop und Breakdance. Traditionsbewusst geht es beim jährlichen Faschingsumzug oder beim Fischerstechen auf dem Neckar zu.“

Ja, so wird „deutsche Geschichte von unten“ bebildert.  Irgend jemand noch einen Rest politischen Anstands? Historisches Gewissen? Hallo?

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Nov 07 2010

Die Abenteuer von Trix Ibsen & Pete O’Resc: Der Weg durch die Galaxien (1)

Veröffentlicht von Georg Seeßlen unter Kultur.

„Ich habe G.O.T.T. eine einfache Frage gestellt, und seitdem rührt er sich nicht mehr.“ Pete O’Resc schien einigermaßen deprimiert. G.O.T.T., der Grundsätzlich Optimistische Transzendentale Tabulator, der als unendlich vernetzter Bordcomputer und als intergalaktisches Kommunikationsmittel über all die Jahre ihrer Reise durchs All so zuverlässige Dienste geleistet hatte, war tatsächlich mit keinem Steuerungs- oder Kontrollbefehl mehr ansprechbar. Irgendwo links unten gab es noch ein paar schwache Lichtsignale, deren Bedeutung der Pilot und Copilot des Raumschiffs „Free Spirit“ allerdings leider vergessen hatten. Um die Wahrheit zu sagen, sie hatten überhaupt nicht mehr viel Ahnung von den Hebeln, Lichtern und Knöpfen, den Touchscreens und Dioden oder weiß der Teufel was, denn normalerweise redete man einfach mit G.O.T.T., und wie sein Name besagt, hatte der Bordcomputer immer eine fröhliche und dienstfertige Antwort parat, die er mit einer  freundlichen Stimme äußerte, und die er zugleich mit den Fragen oder Anweisungen an die Erde sandte und in einem Archiv ablagerte. Und im Umkreis von ein paar Milchstraßen bekam jeder, der die entsprechenden Codes kannte oder, auf Grund unausgefüllter Freizeit,  Interesse an den Vorgängen auf der „Free Spirit“ hatte, die Vorgänge an Bord und zwischen der „Free Spirit“ und ihrer Heimat mit. Das Universum vergisst nichts, das war der Slogan von Biotronics, der Firma, die G.O.T.T. und alle seine biotechnischen Brüder (und ein paar Schwestern) produziert hatten. Nur dass sich im ganzen Universum kein Aas um die „Free Spirit“, deren Besatzung und G.O.T.T. kümmerte. Weiterlesen »

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Okt 18 2010

DEUTSCH SPRECHEN

Veröffentlicht von Georg Seeßlen unter Kultur.

In den Kreisen der deutschen Reaktion (also in unserer „Leitkultur“) gilt es als ausgemacht: „Integration“ (was immer das sonst auch sein mag) ist zuförderst eine Frage der Sprache (und von fernher klingt gar die absurde Forderung, der Migrant möge die Sprache seiner neuen Heimat „akzentfrei“ sprechen). Umgekehrt herrscht die Furcht vor, die ach so identische deutsche Sprache sei gefährdet durch Impulse von kreolischer Auflösung und Neuordnung.

Diese Sprache, in deren Namen man spricht (wiederum in einer Sprache, die der ersten nicht im mindesten entsprechen kann), hat es nie gegeben. Nicht nur, weil eine lebendige Sprache sich immer zugleich aus sich selbst heraus und durch Einflüsse von außen wandelt, Weiterlesen »

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Sep 24 2010

Titelschutz (3)

Veröffentlicht von Georg Seeßlen unter Kultur.

Aus meiner Lieblings-Rubrik „Titelschutz“ im Börsenblatt des Deutschen Buchhandels vier Titel-Vorankündigungen für Werke, die uns entschieden für die letzten Tage des Abendlandes wappnen werden:

“101 Kriegsfilme, die Sie sehen sollten, bevor das Leben vorbei ist
(Wenn schon kein richtiger Krieg uns das Leben verkürzen will, bevor es vorbei ist.)

“Gehen heißt verstehen – Walking in Your Shoes
(Heute Abend beim Spaziergang sah ich an mir herunter, und was musste ich sehen? Verstehe! Meine Schuhe.)

“Ich will auch mal Kanzler werden”
(Weil König ist nicht mehr, und Kanzlerin haben wir schon.)

“Sparen Sie 10 000 Euro mit einem Nagel
(Ein Buchtitel wie auf den Kopf getroffen.)

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Sep 09 2010

Kulturverschätzung

Veröffentlicht von Georg Seeßlen unter Kultur.

In der ZEIT beklagt sich Fritz J. Raddatz: „Ich ärgere mich natürlich, wenn man mir für einen Vortrag nur 500 Euro zahlen will, weil ich das als ungerechte Behandlung empfinde. Das ist doch missachtend.“ Wollen wir einmal nachsehen, was ein Krankenpfleger, eine Feuerwehrfrau oder ein Kindergärtner verdient? Und uns dann noch einmal über das Wort „missachten“ unterhalten? Oder darüber, warum Kultur in Deutschland in ein Heer von Habenichtsen und ein paar mehr oder weniger erfreuliche „Prominente“ zerfällt? Wenn, wie Herr Raddatz betont, „Geld eine Art von Wertschätzung“ ist (darüber kann man ja reden), dann ist unsere Gesellschaft offenbar gerade dabei, sich gründlich zu verschätzen.

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Sep 08 2010

Meist ruft die Bafin nur an

Veröffentlicht von Georg Seeßlen unter Arbeit, Kultur.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) macht bei Verstößen, so steht es im Bogen „Finanzmarkt“ in der F.A.Z. vom 7.9., und zwar in 101 von 105 Fällen, etwas ganz böses: Sie ruft bei Verletzungen von Pflichten wie etwa der, „Geschäfte von Führungspersonen mit Aktien des eigenen Unternehmens zu veröffentlichen (directors’ dealings)“ nur kurz mal an. Dann ist aber auch gut. Dieses „unbürokratische Vorgehen“, so erfahren wir weiter, „spiegele sich in der geringen Rate von Bußgeldern wider“.

Das wird die nächste Discounter-Kassiererin freuen, die wegen eines Pfand-Bons entlassen wird. Auch in unbürokratischem Vorgehen.

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