Feb 18 2011
Charlie Brown in Mönckersheim (VII)
Und unterdessen, weit zurück in New York: Henry, mit den verträumten Augen, Henry, an der Staffelei, Schweißperlen im Gesicht, kommender Stern, sagen die einen, wohl eher überschätzt, murren die anderen (dabei hat Henry es gerade mal geschafft, von seiner Kunst leben zu können), Henry also, dessen Gedanken einerseits bei seiner Arbeit sind, und andererseits bei seinem Geliebten in Europa, drittens noch ganz woanders, erinnert Ihr Euch an diese Party, wo Schroeder den Flohwalzer als Reggae spielte, und Henry dazu Champagnergläser füllte, aus den unmöglichsten Entfernungen?, Henry mit dem Knackarsch, mit dem er für jede Jeans-Firma der zweiten Liga Reklame hätte machen können, aber so etwas kam Henry nicht in den Sinn, Henry, der Existentialist (mein Gott, wer ist heute noch „Existentialist“?), der sein kleines Nest so liebte, im dritten Stock, zugegeben, nicht gerade die beste Adresse, und der Hausmeister war ein dauerkiffender Nigerianer, der sich nicht die Mühe machte, Interesse für Malerei zu heucheln, aber Henry, der existentialistische Träumer, der sich alle paar Minuten den Schweiß vom Gesicht wischen musste, einfach um zu sehen, hier, dieser Strich war definitiv ohne jeden Anflug von Demut und musste deshalb entfernt werden, aber was heißt schon entfernt?, kein Mensch kann einen Pinselstrich entfernen, so wenig man einen Atemzug zurücknehmen kann, oder eine Liebesgeschichte (und Henry seufzte tief), man kann nur einen anderen Kontext schaffen, Weiterlesen »

