Archiv für die 'Filmkritik'-Kategorie

Aug 19 2011

Captain America

Veröffentlicht von Georg Seeßlen unter Filmkritik, Gesellschaft.

Kinderquatsch mit Sternen und Streifen, oder ein Comic-Film für die Tea-Party?

Wer sieht sich, heute und hierzulande, schon einen Film an, der „Captain America“ heißt, und dessen PR-Schleuderbilder genau so aussehen, wie man es befürchtet? Pathetisch-patriotischer Kinderkram, CGI-Effekte, ein bisschen 3-D, eher vernachlässigbar (zwei, drei mal kommt einem Caps Schild entgegen geflogen, und einmal schneit es im Kinosaal), Retro-Techno-Design (Regisseur Joe Johnston hat auch den Steampunk-Film „Rocketeer“ gemacht: auf solche Bildwuchereien versteht er sich, und da macht auch das einfache Gucken durchaus Spaß), allenfalls etwas Comic-Nostalgie für die Nerds, schließlich wurde Captain America, anfänglich einer von den Propaganda-Superhelden bei Amerikas Kriegseintritt, später in den sechziger Jahren wiedergeboren als einer von Marvels „Heroes with a problem“. Und das Problem von Captain America war Amerika. Weiterlesen »

Ein Kommentar

Jul 14 2009

DIE SCHÖNE SORGE: NOTIZEN ZUR FILMKRITIK

Veröffentlicht von Georg Seeßlen unter Filmkritik, Filmwissenschaft, Semiotik.

„Einige wollten den Roman als eine Art kinematographisches défilé der Dinge. Diese Vorstellung war absurd“. So schrieb Marcel Proust. Einige andere aber wollten das Kino als eine Art romanesken Reigen der Dinge. Diese Vorstellung war genau so absurd.

Sherlock Holmes und das Denkverbot: Man kam überein, das Richtige nur dadurch zu erhalten, dass das Falsche ausgeschlossen wurde. Schritt für Schritt werden alle Alternativen beiseite gelegt, und was am Ende übrig bleibt, das wäre, nun ja, die Wahrheit. Die Welt ist das sorgsam geschiedene Material, das erschöpfend behandelt wird. So wurde die Sherlock-Holmes-Wissenschaft zum Todfeind intellektueller Offenheit: Die Widersprüche sind nicht nur zwischen den Dingen, sondern in den Dingen zu beschreiben. Weiterlesen »

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