Archiv für die 'Denken'-Kategorie

Sep 15 2014

Die drei großen Leugnungen. Kleines Statement zur Lage der Dinge

Veröffentlicht von + unter Demokratie,Denken,Gesellschaft.

Der große Konsens, in dem wir in einer Gesellschaft wie der unseren allenfalls um Akzentverschiebungen oder Geschmacksfragen streiten dürfen, basiert auf der mehr oder weniger radikalen, religiösen und psychotischen Verdrängung von drei historischen Ereignissen, deren Symptome zugleich so deutlich sind, dass diese Verdrängungsarbeit soziale und subjektive Krankheit auslöst.

Finanzkapitalismus und Postdemokratie, im Verbund mit der digitalen Umwandlung der Kommunikations-, Waffen- und Überwachungstechnologie, verändern Wirtschaften, Regieren, Ordnen, Kommunizieren etc. auf eine so drastische Art, dass wir von einem Diskurs- und Systemwechsel sprechen müssen. Der Vorschein der neuen Diskurse und Systeme verheißt nichts Gutes.

Die asymmetrischen, dezentralen, unübersichtlichen und „schmutzigen“ Kriege dieser Zeit bilden, wagte man nur, sie zusammenzudenken, das Muster eines Dritten Weltkrieges, in dem wir uns befinden und der dazu tendiert, die beiden vorhergegangenen an Dauer, an Opfern und an nachhaltigen Zerstörungen zu übertreffen. Nahezu alles, was uns aus diesem unerklärten, dezentralen dritten Weltkrieg erreicht, entspricht in Form und Inhalt der Propaganda.

Eine Folge von beidem ist eine ebenso untergründige wie offenbar unaufhaltsame Faschisierung der Gesellschaften, wobei es kein Widerspruch ist, dass sich die verschiedenen Faschismen und Partialfaschismen gegenseitig kulturell und blutig bekämpfen.

Dass diese drei Ereignisse tatsächlich stattfinden ist im Detail evident, und wird durch die auf Evidenz fixierten Medien auch entsprechend vermittelt. Zugleich aber dürfen sie nicht sein. Das Zersplitterte der Nachrichten ist vielleicht nicht nur einer Unübersichtlichkeit der Verhältnisse zu verdanken, sondern einer eingebauten („eingepflanzten“) Unfähigkeit der Rezeption. Nicht die Welt wird unlesbar, sondern das Lesen der Welt wird unmöglich. Weiterlesen »

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Sep 12 2014

Die zwei Seiten der Sprache

Veröffentlicht von + unter Denken,Gesellschaft.

Die Sprache ist ein Medium, das einer beständigen Neuverteilung unterliegt. Der eine Impuls in ihr ist die Selbsterhaltung und Stabilität; eine Sprache will sich durch die Praxis des Sprechens reproduzieren und kanonisieren. Der andere Impuls in ihr ist die Anpassung und Mobilität; eine Sprache will sich durch die Praxis des Sprechens entwickeln und verändern. Es liegt nur allzu nahe, diese beiden Impulse der Sprache zurück zu projizieren auf andere Elemente der Gesellschaft, die „konservative“, „rebellische“ oder „fortschrittliche“ Aspekte aufweisen (zum Beispiel der Code der Ernährung oder die Verteilung der Macht). Und was Sprache als Kunst anbelangt, die Literatur, da sind wir in aller Regel eher auf Seiten der Erneuerer und der Revolutionäre gar.

Allerdings ist weder das Erhalten noch das Zerstören von Sprach-Elementen (Wortschatz, Grammatik, Stil und Reflexion) ein Wert an sich. Neben der Sprache selbst gilt es demnach nicht allein ihre Veränderung nebst ihren Bedingungen  zu untersuchen, sondern auch die Macht und das Interesse, das sich darin ausdrückt.

Eine erste, sehr einfache Art der Sprachzerstörung ist die „Nachlässigkeit“ gegenüber den kanonisierten Elementen. Man spricht bzw. schreibt „schlecht“, „falsch“ oder ungenau aus schierer Faulheit und Anmaßung. Die Frage ist nun einerseits, wie viel von dieser schlechten, falschen oder ungenauen Sprache sich eine durch eben diese Sprache (mit) gebildete soziale Situation gefallen lässt, und welche Schlüsse sie daraus zieht.

Eine allseits anerkannte Institution, die ein „richtiges“, „gutes“ und genaues Sprachen vorgeben könnte, gibt es nicht (mehr); die Macht des Duden (usw.) ist ausgesprochen abstrakt (nicht mehr und nicht weniger als eine Schiedsrichterfunktion für einen Sport, den es offensichtlich in einer Straßen- wie einer Hochleistungsversion gibt). Diese Macht wird immer konzentrierter in einem geschlossenen Raum und immer wirkungsloser in einer Gesellschaft. Weiterlesen »

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Sep 11 2014

Was ist eigentlich „etwas Neues“?

Veröffentlicht von + unter Denken,Gesellschaft.

Der Fortschritt, ohne den unserer Wirtschaftsform das Wachstum nicht möglich scheint (und ohne dieses nicht das Überleben), ist seinerseits nicht möglich ohne das Prinzip der „Innovation“. In aller Regel handelt es sich bei „Innovationen“ um euphemistische Beschreibungen von Variationen, Kombinationen und, nun ja, Verbesserungen. Die Frage, was nun eigentlich jeweils das Neue sei, wird höchst vage beantwortet: Das Ding ist so wie vorher keines war gestaltet, man kann etwas damit machen, was man vorher nicht machen konnte, es gibt eine soziale Praxis, die sich unter dem Einfluss des Dings und seines Gebrauches, sagen wir einer Kaffeemaschine mit „neuartigem“ Dosierungsmechanismus, verändert. Die eigentliche Innovation im Warenzyklus freilich bleibt meistens unsichtbar, sie betrifft die Herstellung der Ware, vom Gewinn der Rohstoffe über die Maschinen bis hin zur Organisation der Arbeit. Gewinner ist, wer etwas Altes neu erscheinen lassen kann, und dabei neue Produktionsmittel einsetzt, welche mehr Profit für weniger „Einsatz“ versprechen. Das gilt nicht nur für die gewöhnliche Waren-Produktion, sondern auch für die Herstellung von Nachrichten oder von „Wissen“. Eine Neuigkeit, die eigentlich das Alte ist (das Wiederkehrende), die Nachricht, die eigentlich die Aktualisierung des Mythos ist, ein Wissen, das uns hilft, uns nicht zu verändern – kurz: Die Neuigkeit, die als wesentlichen Inhalt die Verhinderung des Neuen hat.

Wir sprechen von einer Innovation, die eigentlich nur die Erfüllung von Projektionen ist, die eher Lücken schließt als ins Offene zu führen. Als das Neue nämlich, so definiert es Umberto Eco, können wir uns ein Faktum vorstellen, „für das die schon existierenden Rechtfertigungen nicht hinreichen und das darum die Revision der abstrakten Definitionen, die es zu erfassen behaupten, erfordert“. Weiterlesen »

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Sep 05 2014

Das Einfache und die Vereinfachung

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Um es mit den Worten von Pete Seeger zu sagen: „Jeder Volldepp kann etwas kompliziert machen. Man braucht Genie, um etwas einfach zu machen“.

Aber was ist das, „einfach machen“? Das ist nun wieder kompliziert.

Das Einfache liegt in den Dingen. Aber es liegt in ihnen verborgen. Wenn man das Einfache einfach behauptet, ist es auch schon verschwunden.

Dann nämlich ist das Einfache in den Dingen nicht etwa gefunden, sondern im Gegenteil, die Vereinfachung drückt nur noch die komplizierten Machtverhältnisse aus, die sie ermöglichten. Vereinfachen können Diktatoren, Dogmatiker, Populisten, Trickbetrüger und Autoverkäufer. Jeder weiß (oder sollte es wissen), dass dies die falsche Form von Einfachheit ist.

Der Weg zur Einfachheit ist so kompliziert, dass auch einem wie Pete Seeger dazu nur das Wort „genius“ einfällt. Ein Wort, das so kompliziert ist, dass man es gar nicht genauer ansehen möchte, aus lauter Angst, es könnte genau so zurück sehen.

Man muss verstehen, dass das Einfache jenseits des Wirklichen liegt. Es ist Utopie oder Transzendenz, je nachdem.

Man kann das Einfache deswegen weder haben noch sein. Aber sein Vor-Schein wird nicht nur in der Kunst, sondern auch im Denken immer wieder „erarbeitet“.

Wer glaubt, dass man das Einfache ohne das Komplizierte erlangen kann, hat weder das eine noch das andere verdient. Das Einfache ist nicht die Leugnung, sondern die Überwindung des Komplizierten. Weiterlesen »

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Sep 02 2014

Politik erzählen

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Wieder so eine Skizze

Jede politische Idee funktioniert wie eine Erzählung, oder sie tut es nicht. Was man braucht: Sätze und Kapitel. Eine Perspektive. Protagonisten. Schauplätze.
Und Sprache. Sie ist in uns und außer uns, das ist ihr Job.
All das kann in Frage gestellt, multipliziert oder gebrochen werden. Mit einem völligen Fehlen oder einer radikalen Leugnung aber bricht die Erzählung, und damit die politische Idee zusammen.

Eine politische Idee (nur zum Beispiel: Links-Sein, An den Markt glauben, Die Nation wollen, einen Feind definieren) setzt sich aus Ideogrammen, aus Mythen, aus Dogmen, aus Projektionen usw. zusammen, die für sich genommen noch nicht unbedingt erzählen, doch erst durch den Vorgang des Erzählens werden sie miteinander verbunden. Durch den Vorgang einer solchen Erzählkonstruktion werden sie aus dem Status des „Spukens“ (Wie viel Faschismus spukt in einem deutschen Gehirn?) in den einer „Überzeugung“, aus dem von Splittern in den eines Mosaiks gerückt. Weiterlesen »

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Mai 04 2014

Der Abdruck des Subjekts, die Ware als Antwort und der fundamentale Konformismus

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„Bekämpft“, sagen Adorno und Horkheimer in der „Dialektik der Aufklärung“, „wird der Feind, der bereits geschlagen ist, das denkende Subjekt“. Der Kampf gegen das denkende Subjekt, so scheint es, ist in die Endphase der Hysterisierung gelangt. Für die Gesellschaft der marktkonformen Demokratie ist es als Feindbild der Nachfolger des „Kommunisten“ (nicht, dass man nicht auch noch auf dieses tote Pferd einprügeln könnte). Doch wer nicht denkt wie alle anderen, den soll nicht so sehr der Hass treffen, als vielmehr die Verachtung. Wir leben in einer Kultur der Verachtung, und noch vor dem Lesen und Denken lernt der Insasse dieser Kultur das taktische und strategische Verachten. Unter den Objekten der Verachtung befindet sich an prominenter Stelle, und nur scheinbar paradox, das denkende Subjekt. Mainstream-Medien in dieser Kultur haben vor allem als heißen Kern ihrer Botschaften-Knäuel die Verachtung des denkenden Subjekts.

Aber warum ist es „bereits geschlagen“? Und warum muss es so vehement „bekämpft“ werden? Vielleicht hilft ein kleiner Rückgriff.

Der Aufklärung schon kam das Ich in die Quere; kein Ding, musste Kant zugeben, ohne die Begleitung „meiner Vorstellung“. Was wahrgenommen werden kann, das muss durch ein Subjekt wahrgenommen sein. Wir müssen das Ich an jedem Objekt mitdenken, so weit so gut.

Verändert dies aber nur die Wahrnehmung des Dings, oder auch das Ding selbst? Hat es eine Spur des Subjekts in sich, einen Abdruck des Gesehenwordenseins? Gewiss, einem Baum sieht man es nicht an, ob ich ihn gesehen habe oder nicht, ob ein Ich ihn gesehen hat oder nicht. Es sei denn, ich beginne ihn zu bearbeiten. Dann wird zum Beispiel ein Tisch daraus und ein Stuhl, oder der Baum wird zum Träger eines Zeichens, aber es wird auch Geld und „Ordnung“ daraus. Weiterlesen »

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Apr 25 2014

OCCUPY PHILOSOPHY!

Veröffentlicht von + unter Denken.

Über das Grundrecht auf das Darauflosdenken (1)

1.

Jeder Mensch ist ein Philosoph, so wie jeder Mensch ein Künstler ist. Aber so wie nicht jeder Mensch ein Berufskünstler ist, ist auch nicht jeder Mensch ein Berufsphilosoph. Glücklicherweise.

Was den primären Wert eines Gedankens anbelangt, sind „Amateure“ genauso zu behandeln wie Berufsphilosophen. Ein interessanter Gedanke ist ein interessanter Gedanke und eine Plattitüde ist eine Plattitüde. Was hingegen die Diskurse anbelangt, gibt es große Unterschiede. Die Philosophie als Wissenschaft ist etwas anderes als die Philosophie als Lebensimpuls.

Dennoch verdient beides den Namen Philosophie, insofern es sich erst einmal um nichts anderes als um eine Zuneigung zur Weisheit handelt. Zu einer potentiellen eigenen Weisheit und zur, nur zum Beispiel, in Texten festgehaltenen Weisheit anderer. Natürlich waren Plato, Hegel und Wittgenstein weiser als ich, aber sie wären ganz schön dumm gewesen, wenn sie mir deswegen das eigenständige Denken austreiben hätten wollen.

Philosophie, könnte man behaupten, sei nichts anderes als die Lust eines Menschen, sich der Welt durch Gedanken zu nähern (und nicht durch Berechnungen, durch Taten, durch Kampf oder durch Gastronomie – was nicht heißt, dass es nicht zu alledem wiederum Philosophie gebe).

Die „Liebe zur Weisheit“ reicht zur Begründung dieses Impulses wohl nicht hin. Denn was heißt schon „Weisheit“? Seien wir ehrlich: Allein der Gebrauch des Wortes derzeit ist vor allem komisch. Genauer gesagt ist Humor überhaupt die einzige verbliebene allseits anerkannte Form der Weisheit. Weiterlesen »

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Apr 01 2014

ON THE ROAD

Veröffentlicht von + unter Denken.

Als Professor Knox seine alte Universität noch einmal betrat, weil er gerade in der Gegend war, fand er, wie er mir erzählte, folgende Tafel in der Eingangshalle. Jeder Begriff war mit Zahlen und Pfeilen versehen, es handelte sich offensichtlich um einen Wegweiser. Meinte Professor Knox.

 

USEFULL KNOWLEDGE                              UNUSEFULL KNOWLEDGE

UNUSEFULL NON-KNOWLEDGE                USEFULL NON-KNOWLEDGE

USEFULL DE-KNOWLEDGE                       UNUSEFULL DE-KNOWLEDGE

PRODUCING KNOWLEDGE/NON-KNOWLEDGE

USEFULL PRODUCING KNOWLEDGE/NON-KNOWLEDGE

UNUSEFULL PRODUCING KNOWLEDGE/NON-KNOWLEDGE

USELESS PRODUCING DE-KNOWLEDGE

USELESS USED KNOWLEDGE  – USED USELESS NON-KNOWLEDGE

USEFULL USELESSNES                              USELESS UNUSEFULLNESS

USED LESSNESS                LESS USED NEWS                   ULESS NESS U

 

Nachdem er die Tafel zwei Mal durchgelesen hatte, – bei der letzten Zeile war er sich nicht mehr ganz sicher, räumte er ein – beschloss Professor Knox zu verzweifeln. Er tat dies auf seine Art. Mit einem Spaziergang durch den Park. Dort haben wir uns getroffen, und er hat mir die Geschichte einer sonderbaren Tafel in seiner alten Universität erzählt.

 

 

 

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Dez 01 2013

LOST IN REALITY

Veröffentlicht von + unter Denken.

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Das einzige, was wir mit vollständiger Sicherheit von der Wirklichkeit wissen ist, dass wir uns einen Begriff von ihr machen. Man könnte sagen: Es gibt die Wirklichkeit, weil wir sie offensichtlich „irgendwie“ brauchen. Die äußere Wirklichkeit, das ist derzeit das Ensemble all jener Dinge und ihrer Beziehungen zu einander, von denen die Mehrzahl der anderen Menschen die selbe Anschauung und das selbe Wissen haben, wie ich selbst. Die Wirklichkeit ist der Ort, an dem am meisten Menschen miteinander leben können (sie leben „miteinander“ auch und gerade dann, wenn sie einander umbringen).

Für die Menschen war es also einst die Wirklichkeit, dass die Sonne sich um die Erde dreht. Sie änderte sich nicht mit Galileos Erkenntnis, sondern dadurch, dass sie sich einerseits kulturell durchsetzte, und dass sie andererseits zu Anwendungen, also zu einer Umwälzung des Wirklichen führte. Immer hoffen wir auf neue Umwälzungen des Wirklichen. Und wieder wird nicht die wissenschaftliche Lösung, sagen wir einer Ent- und Rematerialisierung menschlicher Körper, die Wirklichkeit verändern, Weiterlesen »

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Mai 06 2013

Kleine Skizzen zur Veränderung der politischen Erzählung

Veröffentlicht von + unter Demokratie,Denken,Gesellschaft.

Stilbruch. Die Demokratie ist ein System, das den eigenen Bauplan enthält und in bestimmter Weise auch veröffentlicht. Die Aufgabe der Demokraten ist es, die Wirklichkeit, so gut es geht (und wir wissen, dass es nicht immer und überall gut geht) diesem Plan anzugleichen.

Die Postdemokratie ist ein System, das den eigenen Bauplan nicht enthält und schon gar nicht veröffentlicht. Die Aufgabe der Postdemokraten ist es, die Ideen, die man zum System haben kann, so gut es geht (und es geht am besten mit Hilfe der Medien) an die nicht-demokratische Wirklichkeit anzupassen.

Die Demokratie ist ein System, das die Nachricht zu rationalisieren trachtet.
Die Postdemokratie ist ein System, das die Rationalität zu vernachrichten trachtet.

Die Demokratie ist eine Erzählgemeinschaft, die um ihre eigene Aufklärung ringt.
Die Postdemokratie ist eine hysterisierte Erzählgemeinschaft.

Die Unfreiheit beginnt mit den Begrenzungen des Diskurses. Sie bestimmen, zunächst einmal, was nicht Diskurs werden darf. Die innere Begrenzung des Diskurses ist das Tabu, die äußere Begrenzung das Verbot. Das Tabu beschreibt den Gegenstand, der nicht berührt werden darf. Das ist Körperteil, Wesen, Ding, Thema oder Wort. Das Verbot indessen umfasst die Berührung, versieht sie aber zugleich mit einem großen „Nein“. So wird, auf einer zweiten Ebene, das Verbot zu einem Mittler (oder auch einem Mittelding) zwischen Tabu und Strafe. So muss die Hand abgeschlagen werden, die das Nicht-Diskurs-Ding oder das Tabu-Zentrum des Diskurses berührt hat.

So könnten wir einen Diskurs „Besitz“ oder „Eigentum“ (einschließlich der Unterscheidung von beidem) führen, indem wir uns seinem Kern entweder von den Begründungen, von den Praxen oder von den Strafen näherten, von der Grammatik des „mein“, „dein“, „unser“ und „ihrer“ oder im Archiv nach der ewigen Wiederkehr der göttlichen Übergabe des belebten und unbelebten Gegenstandes sähen. Weiterlesen »

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