BIER-POESIE

weisse280

„Commerzienrat Riegele’s Leichte Weisse überrascht mit seinem vollen Körper bei wenig Alkohol. Ein hefeblumiger, fruchtiger Geruch begrüßt den Genießer, eine feine, fast opale Trübung und ein kompakter Schaum erfreuen sein Auge und den Gaumen erfrischt der leichtmilde Geschmack. Commerzienrat Riegele und seine Braumeister sind stolz auf dieses Bier. Genießen Sie den Moment. Bitte unbedingt kühl und dunkel lagern und Überalterung vermeiden. Nur so ist der charakteristische frische Geschmack garantiert.“

(Bier)-Quelle: website www.bier-universum.de

 

*

fassbinder680

(Bierdeckel von Löwenbräu und Gaststätte Deutsche Eiche zu den Fassbindertagen 2015)

Weiterlesen

POLT! EIN DIALOG.

„Sagen’s, was fällt Ihnen jetzt dazu ein, dass der Polt auch schon Siebezige wird?“

„Ja mei, wir werden alle net jünger, gell.“

„Und sonst?“

„Ja, was soll ich sagen. Zu einem Gescheiten fällt einem so leicht nichts Gescheites ein. Zu einem Dummen, da fiele mir genug Gescheites ein. Zu einem Gescheiten fällt einem meistens nur was Dummes ein.“

„Oh –oh! Da müsst uns hier aber viel Gescheites einfallen.“

„Müsste. Müsste! Es muss einem ja nie was einfallen. Es kann einem nur was einfallen. Das ist es ja, wenn einem etwas einfallen muss, dann kommt meistens etwas Dummes heraus. Wenn einem aber etwas Gescheites einfallen könnte, dann hat man meistens gerade keine Zeit, oder es gibt einen Schweinsbraten, oder die Trambahn ist im Moment davon gefahren. Weiterlesen

Kleinigkeiten (4)

Es mag ja sein, dass die Wahrheit immer einfach und konkret ist. Wer weiß das schon, hat sie doch noch niemand gehabt, gesehen oder gehört. Egal. Wenn die Wahrheit auch einfach wäre, so ist es der Weg dorthin doch niemals. Aufgabe der Kritik ist es nicht nur, einfache Wahrheiten in Aussicht zu stellen, sondern auch den schwierigen Weg dorthin zu beschreiben. Der Versuch, einen schwierigen Gedanken in einfachen Worten auszudrücken, ist eine mindere Form der Lüge. Aber umgekehrt ist es natürlich auch nicht besser.

######

Wir Bayern, Angehörige eines tückischen kleinen Bergvolkes, verzeihen einem betrügerischen Gewaltmenschen schon gerne einmal mit dem bei Preußens gern zitierten Spruch: „Aber ein Hund ist er schon“.

Aber jetzt haben wir einen Horst Seehofer, und der wäre gern so einer, von dem man das sagt.

Er ist aber kein Hund, sondern nur ein Opportunist. Ein Hund wird man so leicht nicht, und schon gar nicht bloß, weil man es gern werden will. Und wenn man sich dann auch noch beim Hund-Sein von Krawattenbürscherln aus dem hohen Norden beraten lassen muss: Aus ist es, Horst, sag’ ich. Zefix! Das reicht ja noch nicht einmal für einen Dackel.

######

Arbeit im Spätkapitalismus ist ein Witz. Kein guter. Weiterlesen

GESCHICHTEN VOM HERRN REINER UND HERRN KAINER (07)

Auf der Homepage der Bavaria GmbH finden Sie alle aktuellen Werbemittel und Geschenkideen der CSU, die Sie dort auch online bestellen können.

Wir würden uns freuen, wenn Sie auch dadurch Ihr Interesse an der Politik der CSU und an der Partei zum Ausdruck bringen.

„Und, Herr Kainer, was wählen Sie?“

„Ich glaub, ich wähle die Freiheit, lieber Herr Reiner.“

„Was für eine Freiheit wollen Sie denn wählen? Wir haben doch schon lauter Freiheiten. Und eine ist freier als die andere!“ Weiterlesen

GESCHICHTEN VOM HERRN REINER UND HERRN KAINER (04)

Zweiter Klasse

Es war der schiere Übermut, der Herrn Reiner und Herrn Kainer veranlasste, an einem halbschönen Sommertag einen Ausflug unternehmen zu wollen, und zwar mit der Deutschen Bahn.

„Sehen Sie sich nur diesen Bahnhof an!“, staunte Herr Reiner, der die einstige Schalterhalle nach ihrem Umbau bewunderte. „Was es hier alles zu kaufen gibt! Hier ist ein Spielplatz für Kinder. Dort gibt es Probeabonnements  für „Christ und Hund“. Und dort kann man sogar ein Automobil gewinnen“.

„Wie passend“, warf Herr Kainer ein. „Wer Glück hat, muss nicht mehr Eisenbahn fahren“. Weiterlesen

GESCHICHTEN VOM HERRN REINER UND HERRN KAINER (03)

Zwischen Bankpark und Parkbank

Weiß und blau strahlte der Himmel über Bayern. Jedenfalls auf dem riesigen Plakat der Bier-Werbung, unter dem sich Herr Kainer und Herr Rainer auf einer Bank niedergelassen hatten.

„Wissen Sie eigentlich, Herr Reiner“, fragte Herr Kainer, „wie man dort, wo das Geld ist, die Krise nennt?“
„Die nennen die Krise nicht Krise?“, fragte Herr Reiner zurück. Weiterlesen

GESCHICHTEN VOM HERRN REINER UND HERRN KAINER (02)

Im Englischen Garten

Herr Reiner und Herr Kainer schlenderten durch den Englischen Garten, und sprachen im Schatten ihrer aufgespannten Regenschirme miteinander. Dass sie Regenschirme bei strahlendem Sonnenschein aufgespannt hatten, brachte ihnen manchen mitleidigen oder gar missbilligenden Blick ein. Weiterlesen

GESCHICHTEN VOM HERRN REINER UND HERRN KAINER (01)

Münchner Freiheit

Es waren eher meteorologische als ideelle Gründe, die Herrn Reiner und Herrn Kainer an diesem Tag nach dem großen Regen auf dem unförmigen Platz mit dem seltsamen Namen „Münchner Freiheit“ zusammen brachte. Seltsam ist der Name deswegen, weil kein Mensch weiss, was an einer Freiheit so spezifisch münchnerisch sein könnte, und schon gar niemand, was an München irgendeine besondere Freiheit verspräche. Weiterlesen