Archiv für die 'Arbeit'-Kategorie

Aug 09 2010

Kleinigkeiten (4)

Veröffentlicht von Georg Seeßlen unter Arbeit, Bayern, Demokratie, Gesellschaft, Politik.

Es mag ja sein, dass die Wahrheit immer einfach und konkret ist. Wer weiß das schon, hat sie doch noch niemand gehabt, gesehen oder gehört. Egal. Wenn die Wahrheit auch einfach wäre, so ist es der Weg dorthin doch niemals. Aufgabe der Kritik ist es nicht nur, einfache Wahrheiten in Aussicht zu stellen, sondern auch den schwierigen Weg dorthin zu beschreiben. Der Versuch, einen schwierigen Gedanken in einfachen Worten auszudrücken, ist eine mindere Form der Lüge. Aber umgekehrt ist es natürlich auch nicht besser.

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Wir Bayern, Angehörige eines tückischen kleinen Bergvolkes, verzeihen einem betrügerischen Gewaltmenschen schon gerne einmal mit dem bei Preußens gern zitierten Spruch: „Aber ein Hund ist er schon“.

Aber jetzt haben wir einen Horst Seehofer, und der wäre gern so einer, von dem man das sagt.

Er ist aber kein Hund, sondern nur ein Opportunist. Ein Hund wird man so leicht nicht, und schon gar nicht bloß, weil man es gern werden will. Und wenn man sich dann auch noch beim Hund-Sein von Krawattenbürscherln aus dem hohen Norden beraten lassen muss: Aus ist es, Horst, sag’ ich. Zefix! Das reicht ja noch nicht einmal für einen Dackel.

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Arbeit im Spätkapitalismus ist ein Witz. Kein guter. Weiterlesen »

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Jun 11 2010

Der Mensch als Instrument

Veröffentlicht von Georg Seeßlen unter Arbeit, Gesellschaft.

Was soll der Mensch in der Welt, wenn er nicht arbeiten kann? Arbeiten und Leben ist so aufeinander bezogen, dass selbst die Alternativen – Ausruhen, Faulenzen, Dolce Far Niente – darauf bezogen sind. Die Welt bearbeiten mit immer besseren Werkzeugen, Natur unendlich zu verwandeln, bis, nach der Vorstellung von Karl Marx sie vollends menschlich geworden ist, oder bis sie, nach den Vorstellungen des Dagobert Duck-Kapitalisten alles Profit bringt, auch am Hindukusch.

Menschen, eben deswegen, haben nicht nur Instrumente, sie sind auch welche. Einer (der Reichere und Mächtigere) bedient sich des anderen (des Ärmeren und Ohnmächtigeren), und um das zu erreichen muss er zwei Dinge tun: den anderen unterwerfen und den anderen „effizient“ machen. Ein Sklave muss mehr einbringen als er an Nahrung und Kleidung kostet, sonst könnte man ihn ja gleich freilassen (bzw. in einen Lohnarbeiter verwandeln, der genau dann entlassen werden kann, wenn diese Rechnung nicht mehr aufgeht, und wieder eingestellt, wenn sich die Verhältnisse ändern). Deshalb kamen Sklavenhalter schon früh auf die Idee, ihre menschlichen Arbeitsinstrumente nicht nur zu rauben, sondern auch zu „züchten“. Weiterlesen »

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