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	<title>Das Schönste an Deutschland ist die Autobahn &#187; Allgemeines</title>
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	<description>Das Georg-Seeßlen-Blog</description>
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		<title>AUS DEM LYRISCHEN GESAMTWERK VON EDGAR P. KUCHENSUCHER (7)</title>
		<link>http://www.seesslen-blog.de/2011/11/23/aus-dem-lyrischen-gesamtwerk-von-edgar-p-kuchensucher-7/</link>
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		<pubDate>Wed, 23 Nov 2011 21:22:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Georg Seeßlen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>

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		<description><![CDATA[Zwei oder drei mal (die Quellenlage ist auch hier ein wenig problematisch) nahm der postsituationistische Lyriker Edgar P. Kuchensucher auch an den seinerzeit populären „Schwabinger Nachtlesungen“ teil. Sein Programm begann damals mit dem Lautgedicht
ROMANZE IN MOLL
Tschiggeddy Tschiggeddy
Tschug
Tschiggedy Tschiggeddy
Tschug
Tschug
Tschiggedy
Tschug
Tschiggedy Tschug
Tschiggedy Tschug
Tschug Tschiggedy Tschug
Tschiggedy Tschug Tschug
Tschug Tschiggedy
&#8211;
Tschug
Tschiggedy Tschug
Tschiggedy Tschug Tschug
Tschug Tschiggedy
&#8211;
Tschiggedy Tschiggeddy Tschug
Tschiggeddy Tschug
Tschug
Tschuggedy
Tschigg
Wäre Edgar P. Kuchensucher [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zwei oder drei mal (die Quellenlage ist auch hier ein wenig problematisch) nahm der postsituationistische Lyriker Edgar P. Kuchensucher auch an den seinerzeit populären „Schwabinger Nachtlesungen“ teil. Sein Programm begann damals mit dem Lautgedicht</p>
<p>ROMANZE IN MOLL</p>
<p>Tschiggeddy Tschiggeddy</p>
<p>Tschug</p>
<p>Tschiggedy Tschiggeddy</p>
<p>Tschug</p>
<p>Tschug</p>
<p>Tschiggedy</p>
<p>Tschug<span id="more-1441"></span></p>
<p>Tschiggedy Tschug</p>
<p>Tschiggedy Tschug</p>
<p>Tschug Tschiggedy Tschug</p>
<p>Tschiggedy Tschug Tschug</p>
<p>Tschug Tschiggedy</p>
<p>&#8211;</p>
<p>Tschug</p>
<p>Tschiggedy Tschug</p>
<p>Tschiggedy Tschug Tschug</p>
<p>Tschug Tschiggedy</p>
<p>&#8211;</p>
<p>Tschiggedy Tschiggeddy Tschug</p>
<p>Tschiggeddy Tschug</p>
<p>Tschug</p>
<p>Tschuggedy</p>
<p>Tschigg</p>
<p>Wäre Edgar P. Kuchensucher nicht ein so zurückhaltender Mensch gewesen, er hätte sich ausschütten können vor lachen. Das Publikum indessen (immer den, zugegeben, nicht vollkommen hinreichenden Quellen nach) blieb versteinert, es sollen sich sogar einige Buhrufe erhoben haben, und zumindest für die erste Lesung ist ein roher Zwischenruf verbürgt: „Tschitty Tschitty Bang Bang“, dem ein noch roherer folgte; „Shitty Fuck“. Die „Schwabinger Nachtlesungen“ waren für ihren derben Umgangston bekannt. Entschlossen wie es seine Art war, ging Edgar P. Kuchensucher zum zweiten Gedicht über.</p>
<p>Hammermaul</p>
<p><strong>F</strong> aule                                                    <strong>V</strong> asallen</p>
<p><strong>R</strong> anziger                                               <strong>I</strong> diosynkraten</p>
<p><strong>A</strong> rmselige                                             <strong>L</strong> uden</p>
<p><strong>N</strong> ormativer                                           <strong>L</strong> itografen</p>
<p><strong>C</strong> eifige                                                 <strong>O</strong> lligarchen!</p>
<p><strong>O</strong> <strong>N</strong> ein</p>
<p><strong>I</strong> ch</p>
<p><strong>S</strong> chieße! (Echt, ich tu’s!)</p>
<p>Wieder rührte sich keine Hand. (Vielleicht war die Drohung nicht recht angekommen, zumal Kuchensucher mit seiner Wasserpistole nur auf das eigene Textblatt zielte.) Das heißt, genau genommen rührten sich doch drei Hände. Zwei gehörten einer Frau in der ersten Reihe, eine Edgar P. Kuchensucher selber; mit ihr holte er das Blatt mit einem Gedicht hervor, mit dem er die bereits verloren geglaubte Schlacht mit dem Publikum beenden würde können:</p>
<p>Wahn fromm See hart</p>
<p>Sehr Goss Mai Baby</p>
<p>Ski Luchs So Fein</p>
<p>Wann D. Ei Hopp</p>
<p>Ski Will Bi Main</p>
<p>End So Wie Go</p>
<p>Leika Sehr stur</p>
<p>Dup-di-du</p>
<p>Dup-di-du</p>
<p>Mai Baby Essen Amerika</p>
<p>Fahr fahr Eh Weh Oh!</p>
<p>Ei Kohl Herr Erika</p>
<p>Ski Kohls Mitte Oh</p>
<p>End So Wie Go</p>
<p>Inner Lohnsumm Weh</p>
<p>Dup-di-du</p>
<p>Dup-di-du</p>
<p>Will Ei See Herr Eber Eh Geh’n?</p>
<p>Mist Herr So Matsch</p>
<p>Drei Toulouse Herr In Weh’n</p>
<p>Sink Schiss futsch.</p>
<p>End So Wie Go</p>
<p>Hau wie Hust Samt Eimer Go</p>
<p>Dup-di-du</p>
<p>Dup-di-du</p>
<p>Da sich zu diesem Zeitpunkt der Zuhörerraum weitgehend geleert hatte, brach Edgar P. Kuchsensucher an dieser Stelle das Gedicht ab, obwohl es, wie in der im Selbstverlag erschienenen Sammlung „Rock’n’Moll“ nachzulesen, noch zwei weitere Strophen aufweist.</p>
<p>Bis auf einen sanft entschlummerten Trunkenbold (von denen gab es damals in der Schwabinger Szene einige) war nur die Patentrechtssekretärin Yvonne Stubenrausch noch im Saal, die tapfer Beifall klatschte. Aus ihrer Aufforderung, doch noch ein Glas Wein zusammen zu trinken, wurde eine desaströse, drei Jahre anhaltende Ehe, der ein Sohn, Edgar Kuchensucher jr., genannt Eddie, sowie eine Gedichtsammlung mit dem Titel „Die Hölle“ entstammt, die wegen ihres „misogynen Grundtons“ auch in der empathischen Kuchensucher-Forschung heftig umstritten ist.</p>
<p>Yvonne Kuchensucher-Stubenrausch heiratete, nach einer kurzen Affäre mit Eichenweich, den Papierfabrikanten Mann, der nach einem betrügerischen Bankrott in Südamerika Asyl suchte und fand; die Spuren von Yvonne Kuchensucher-Stubenrausch-Mann verlieren sich in den achtziger Jahren in Argentinien. Edgar Kuchensucher jr. lehnt jede Äußerung zum „Geschreibsel &amp; Gefasel“ seines Vaters ab. Er arbeitet als Versicherungsstatistiker in Wuppertal.</p>
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		<title>Geld verdienen mit &#8230;</title>
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		<pubDate>Thu, 29 Apr 2010 13:40:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Georg Seeßlen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>

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		<description><![CDATA[In meiner Lieblingsrubrik im „Börsenblatt für den deutschen Buchhandel“, nämlich dem „titelschutz“ (kleingeschrieben, da seht Ihr mal, wie modern der deutsche Buchhandel noch ist), finden sich, neben den unzähligen Erbauungsschriften für den Christenmenschen (Ich sag’ mal: ein todsicheres Geschäft) und schöner konkreter Titel-Poesie („Gattin aus Holzabfällen“, „Bewusstseinsdiamanten“, „Märchen-Pärchen“) auch das Passende zur Krise: „Unter Hinweis [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In meiner Lieblingsrubrik im „Börsenblatt für den deutschen Buchhandel“, nämlich dem „titelschutz“ (kleingeschrieben, da seht Ihr mal, wie modern der deutsche Buchhandel noch ist), finden sich, neben den unzähligen Erbauungsschriften für den Christenmenschen (Ich sag’ mal: ein todsicheres Geschäft) und schöner konkreter Titel-Poesie („Gattin aus Holzabfällen“, „Bewusstseinsdiamanten“, „Märchen-Pärchen“) auch das Passende zur Krise: „Unter Hinweis auf §§5, 15 MarkenG nehmen wir Titelschutz in Anspruch für „Geld verdienen mit&#8230;“, „Geld machen mit&#8230;“, „Reich werden mit&#8230;“ in allen Kombinationen , Darstellungsformen, Schreibweisen und Medien; insb. in Verbindung mit Sammel- und Wertobjekten wie Briefmarken, Münzen, Ansichtskarten, Kunst, Edelsteinen etc.“ Versuchen Sie es also gar nicht erst mit „Geld verdienen mit Überraschungseiern“, „Geld machen mit Promi-Schamhaaren“ oder „Reich werden mit Datenschrott“. Da werden schon andere im deutschen Buchhandel mit reich.</p>
<p>Gibt es eigentlich schon das Buch „Geld machen mit bescheuerten Buchtiteln“?  Wir bleiben dran.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Der Gehirnschrumpf-Skandal, und was die FAZ und Kabel Deutschland dagegen tun</title>
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		<pubDate>Sat, 23 Jan 2010 23:10:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Georg Seeßlen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Mea Culpa! Da erzähle ich was von „Blödmaschinen“, von halbfaschistischem Politiker-Geblubber, von BILD-Zeitung und Fernsehen, und dabei ist alles ganz anders. Die Blödheit in unserer Gesellschaft kommt nämlich von woanders her, und zwar vom „Vitamin B12-Skandal“, über den mich heute morgen dankenswerter weise der Brief von „Dr. Hittich Gesundheits-Mittel“ aus Aachen aufklärte. Schon auf dem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mea Culpa! Da erzähle ich was von „Blödmaschinen“, von halbfaschistischem Politiker-Geblubber, von BILD-Zeitung und Fernsehen, und dabei ist alles ganz anders. Die Blödheit in unserer Gesellschaft kommt nämlich von woanders her, und zwar vom „Vitamin B12-Skandal“, über den mich heute morgen dankenswerter weise der Brief von „Dr. Hittich Gesundheits-Mittel“ aus Aachen aufklärte. Schon auf dem Briefumschlag wird mir klar gemacht, in welchem apokalyptischen Szenario ich mich befinde: „Alarm! Gehirnschrumpfung!“.<span id="more-527"></span></p>
<p>Und die kommt so: „Eine wachsende Zahl von Experten alarmiert Menschen über 50, ihre Vitamin B12-Aufnahme zu erhöhen. Eine Studie mit 2576 Menschen in Framingham in Massachusetts, eine zweite Studie mit 703 Frauen in den 70ern und eine dritte Studie mit 107 Menschen über 60 deckte den Zusammenhang zwischen niedrigem Vitamin B12-Spiegel und Gehirnschrumpfen auf“. Und was machen unsere Ärzte? Sie „vergessen“ einfach Vitamin B12 (möglicherweise besonders, wenn sie über 50 sind und es selber mit der Vitamin B12-Gabe nicht so genau nehmen). Nun aber „grassiert“ der Vitamin B12-Mangel in Europa, und das erklärt ja so manches. Berlusconi! Sarkozy! Gordon Brown! Angela Merkel! Das alles kann man nun klar erklären: Die Folgen europäischer Gehirnschrumpfung. Und es kommt noch schlimmer.</p>
<p>„Vegetarier und Veganer trifft Vitamin B12-Mangel noch härter“. Also, wenn mein Gehirn schrumpft, am Schweinebraten liegt es nicht! Und das sind, nur mal die leichtesten Folgen: „Verminderte geistige Stärke. Gedächtnisprobleme, Teilnahmslosigkeit. Müdigkeit und Energiemangel“. Und „wenn der Vitamen B12-Mangel fortschreitet“, tja dann gibt es Immunschwäche, verminderte Sehkraft und Depressionen. Typische Intellektuellenkrankheiten, also. Schlechtgelaunte, gereizte und bebrillte Schrumpfhirne, das. </p>
<p>Also bitte! „Vier Packungen Super Vitamin B12 mit je 60 Tabletten zum einmaligen Einführungspreis von nur je € 19,70“ (wenn Sie noch nicht unter den Folgen der Gehirnschrumpfung leiden, haben Sie vielleicht auch das „je“ nicht überlesen), und dann werden Sie „denkfrisch“, „lustvoll“, „aufgeweckt“ und kriegen „starke Nerven“. Und ein Volk ohne Gehirnschrumpfung, sollt Ihr mal sehen, das jagt den Roland Koch aus dem Amt, das vergesellschaftet wie nix die Deutsche Bank, das sorgt für eine ordentliche Beförderung mit der Bundesbahn. Und es liest natürlich die FAZ. Denn dahinter, wisst Ihr doch, steckt immer ein kluger Kopf, ohne jegliche Gehirnschrumpfung. Oder?</p>
<p>Wie’s der Zufall will liegt neben dem des Dr. Hittich ein Brief der Frankfurter Allgemeinen Zeitung im Briefkasten, und die braucht, allen Ernstes, meine „Mithilfe“. Weil dieses kluge Blatt nämlich eine „Jahresprognose 2010“ machen und von uns wissen will: „Was wird Ihrer Meinung nach unter der neuen schwarz-gelben Regierung in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft im Jahr 2010 passieren, was wird sich verändern?“ Das fragen die uns! Früher hätte ich gedacht, dass solche intelligenten Fragen eigentlich eine intelligente Zeitung beantworten sollte, dafür hat man sie doch. Ja früher. Da habe ich ja auch noch nichts von Gehirnschrumpfung durch Vitamin B12-Skandale gewusst. Und jetzt will die FAZ von mir eine Jahresprognose mit genau 16 Fragen, die alle ungefähr so intelligent sind wie diese: „Glauben Sie, dass 2010 wieder ein nachhaltiger Wirtschaftsaufschwung kommt?“ Mögliche Antworten: „Ja“, „Nein“, und „Dazu habe ich mir noch keine Meinung gebildet“. (Jetzt BILD dir doch mal eine Meinung, du FAZke!)</p>
<p>Nach Frage 16 dieser scharfen Jahresprognose kommt natürlich heraus, dass die FAZ von mir gar nicht so dringend eine Jahresprognose will als mir vielmehr ein Abo zum Vorzugspreis verkaufen will, wofür ich als Dankeschön auch eine F.A.Z-Uhr oder eine Reisenthel Shopper Fleur Ash oder, damit ich ungefähr weiß, was solche dummen Dinge wert sind, einen Tankgutschein über 10 € bekäme. Wenn ich ein Abo genommen habe, dann macht die F.A.Z. ihre Prognosen vielleicht wieder selber.</p>
<p>Und ein dritter Brief ist in meinem Briefkasten, und der ist von einem Kabelanbieter und sagt mir, dass ich so was von vielen hochauflösenden Programmen habe und jetzt Internet und Telefon auch noch und bloß für 22,90 € im ersten Jahr bekomme (danach schaue ich vielleicht vor lauter Gehirnschrumpfung und Jahresprognosen gar nicht mehr in meine Kabel-Rechnungen).</p>
<p>Alles wird gut. Das Porto übernehmen die F.A.Z., Dr. Hittich Gesundheits-Mittel und Kabel Deutschland für uns. Wer brav Vitamin B12 schluckt, schön verkabelt ist und die F.A.Z. liest, dem kann das Gehirn nicht mehr schrumpfen. Jedenfalls wenn noch eins da ist.</p>
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		<title>SCHÖNE LANDSCHAFT, ALTE HEIMAT</title>
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		<pubDate>Sat, 11 Jul 2009 18:49:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Georg Seeßlen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[
Was meine Heimatzeitung am Freitag besonders wertvoll macht ist eine Beilage aus dem Deutschen Supplementverlag (Nürnberg) namens „rtv – Das Fernsehmagazin Ihrer Zeitung“, der man entnehmen kann, was man sich in der kommenden Fernsehwoche alles ersparen kann.
Glaubt man den Anzeigen in „rtv“, und was sollte glaubwürdiger sein als Anzeigen, so wird diese Fernsehbeilage vor allem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!--StartFragment--></p>
<p class="MsoNormal">Was meine Heimatzeitung am Freitag besonders wertvoll macht ist eine Beilage aus dem Deutschen Supplementverlag (Nürnberg) namens „rtv – Das Fernsehmagazin Ihrer Zeitung“, der man entnehmen kann, was man sich in der kommenden Fernsehwoche alles ersparen kann.</p>
<p class="MsoNormal">Glaubt man den Anzeigen in „rtv“, und was sollte glaubwürdiger sein als Anzeigen, so wird diese Fernsehbeilage vor allem von Menschen gelesen, die Probleme mit dem Gehen haben (18 Anzeigen unterschiedlicher Größe preisen Treppenlifte, Wannenheber und Elektromobile), die sich gern selbst medikamentieren (Beine, Potenz, Nagelpilz, Schmerzsalbe und Bluthochdruck) und ganz wild auf Tageshoroskope sind, die man unter 0900-Nummern bekommen kann.</p>
<p class="MsoNormal">Und außerdem, so ist zu vermuten, gehen diese Menschen gern auf Reisen<span id="more-153"></span>, zum Beispiel mit der „Donau-Preissensation mit Inklusiv-Paket!“. Oder aber, mit „trendtours“ – „Unterwegs mit netten Leuten!“ – mit einem „Aktions-Angebot“ für (echt jetzt) 399 Euro kann man mit großem Ausflugs- und Erlebnis-Programm eine Woche verbringen: „Schöne Landschaften und alte Heimat: Ostpreußen“. („Ostpreußen“ natürlich fachgerecht mit einer Anmutung gotischer Buchstaben geschrieben.) Besucht werden unter anderem Thorn, Sensburg, Rössel und Rastenburg, und dort ist der Abstecher zur „Wolfsschanze“ so wichtig, dass er gleich zweimal erwähnt wird. Natürlich, das will ja jeder mal gesehen haben, das „Führerhauptquartier“, und weil einem die deutschsprachige Gästebetreuung bei den „schönsten alten deutschen Städten“ ebenfalls gleich mehrfach zugesichert wird, muss der Trendtourist keine Angst haben, dass ihm bei der Andacht der „neuen, alten Schönheiten Ostpreußens“ irgendein Pole frech dazwischen quatscht.</p>
<p class="MsoNormal">Die Wolfsschanze hat der Führer selber so benannt, weil sein Deckname, ach ist das nett, eben „Wolf“ war, und gleich nebenan ist das „Göring-Quartier“ und, noch eine Schönheit Ostpreußens, die Feste Boyen, wo die Abwehrabteilung „Fremde Heere Ost“ gern einmal ein bisschen härter mit russischen Kriegsgefangenen umging. Auch nach „Graudenz“ führt uns der Weg durch schöne Landschaften und alte Heimat, in jene Stadt, die die deutsche Wehrmacht noch im Februar 1945 zur „Festung“ erklärte und die zu sechzig Prozent zerstört wurde.</p>
<p class="MsoNormal">Nach dem Besuch von Führerhauptquartier, Festung und ähnlichen „Zeugnissen mittelalterlicher Kultur“ kann man sich entspannen, bei einem „Ostpreußischen Abend mit Kutschfahrt, Musikbegleitung und einem typisch masurischen Eintopf“. Und Satelliten-TV wird einem in der alten Heimat auch zugesichert. Damit wir in „Ostpreußen“ unsere „Dorfmusikanten“ nicht verpassen, oder Guido Knopp mit „Hitlers willige Hunde“.</p>
<p class="MsoNormal"> </p>
<p class="MsoNormal"> </p>
<p class="MsoNormal"> </p>
<p><!--EndFragment--></p>
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