GESCHICHTEN VOM HERRN REINER UND HERRN KAINER (21)

Die Herren Reiner und Kainer saßen in einem schattigen Biergarten, von dem  (wer’s mag!) das Massiv eines ziemlich großen Alpenberges im Föndurchlicht gut zu sehen ist, dessen Namen jeder kennt, mir aber gerade entfallen ist. Behaglich sahen sie abwechselnd auf ihre frisch gefüllten Weißbiergläser und die Natur im linden Frühlingswind. Behaglichkeit ist die kleine, kluge, etwas rundliche Schwester des Glücks.

„Stellen Sie sich vor“, sagte Herr Reiner, „man müsste jetzt auf diese Berg hinauf.“

„Warum?“, fragte Herr Kainer.

„Na, weil er da ist. Leute, die auf einen Berg hinauf müssen antworten auf die Frage, warum sie das tun, immer genau so: Weil er da ist. Der verfluchte schöne Berg. Mir gelangt er ja von unten“.

„Ja Sie!“, lachte Herr Kainer. „Sie steigen ja auf den Berg gerade deswegen nicht hinauf, weil er da ist. Wenn er nicht da wäre, wäre das was anderes. Wäre er nicht da, der Berg, dann würden Sie wahrscheinlich sofort hinaufsteigen wollen. Mit Fleiß.“ Weiterlesen