Archiv für Juli 2011

Jul 07 2011

Nachschriften zu den “BLÖDMASCHINEN” (3): Fußnote zur Ironie

Veröffentlicht von Georg Seeßlen unter Gesellschaft.

In der F.A.Z. durfte vor einiger Zeit, genauer gesagt am 8. Juni 2011, Rupert Murdoch, ja, genau der Rupert Murdoch eine dreiviertel Seite lang sein Bildungsideal in der Rubrik „Forschung und Lehre“ ausbreiten und, wie man so sagt, auf den Punkt bringen: „So werden wir der Wirtschaft all die Talente und Energien zur Verfügung stellen, die sie braucht, um zu florieren“.

Und, wer weiß, vielleicht kommen da ja auch die „Wirtschaftsweisen“ der Zukunft heraus. Seltsam, dass das niemandem so recht auffällt, dass wir diesen Begriff der Weisheit nur noch für die blödeste aller Wissenschaften anwenden. Ist das nun „Ironie“? „Sarkasmus“? Wann hat man zuletzt eine Philosophin oder einen Historiker als „weise“ bezeichnet? Und wäre das denen, ganz im Gegensatz zu den Wirtschaftsweisen, nicht ausgesprochen peinlich? Nun ja, im Zweifelsfall reden sie sich mit eben der Ironie heraus, die ihnen in der Beschreibung der Funktionsweise ihres Faches gänzlich abgeht.

Übrigens ist Ironie eine höchst ambivalente Angelegenheit. Ohne Ironie kann man in einer komplexen Kultur weder denken noch sprechen. Weiterlesen »

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Jul 06 2011

WARUM MAN BILDER ZUGLEICH SEHEN UND LESEN MUSS, UND WARUM DAS NICHT GANZ EINFACH IST

Veröffentlicht von Georg Seeßlen unter Semiotik.

1.1
Ein BILD ist ein System von Zeichen, die allesamt in mehreren anderen Systemen „bedeuten“ (Politik, Moral, Religion, Ästhetik, Logik, Sexualität usw.). Das System des Bildes kann die Bedeutungen der anderen Systeme  entweder verstärken oder abschwächen. Die Systeme können sich „verstehen“, „kommentieren“, „negieren“ oder sogar „ignorieren“.

1.2
Jedes Element eines Bildes kann mehreren Systemen zugeordnet werden (Sexualität, Religion und Ästhetik in einem „Madonnen“-Bild) und deren Widersprüche mythisch aufheben, aneinander spiegeln oder hinter einander verbergen. Das Bild muss davon nichts wissen (es hatte ja über alledem auch noch ein „reales“ „Modell“).

1.3
Das Bild „bedeutet“ weder eine Summe noch eine Gleichung seiner Elemente. Ein Bild also ist keine Ansammlung, sondern ein System von Systemen von Zeichen, Weiterlesen »

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Jul 03 2011

AUS DEM LYRISCHEN GESAMTWERK VON EDGAR P. KUCHENSUCHER (5)

Veröffentlicht von Georg Seeßlen unter Kunst.

Erst im Jahr 1998 tauchte folgendes polemische Gedicht im Nachlass von Edgar P. Kuchensucher auf, dessen Editionsgeschichte, bzw. die  Geschichte seiner Nicht-Edition, einmal mehr die manchmal durchaus tragische Konkurrenz/Freundschaft zwischen Kuchensucher und Eichenweich beleuchtet.

Ein Deutscher Beamter

Un a)bkömmlich

Un b)irrbar

Un c)rstörbar

Un d) was sagt unse dasse?

Ursprünglich war dieses Gedicht zur Veröffentlichung in dem Band „Kuchensucher: VergeblIch“ vorgesehen, doch da kam Eichenweich mit der Publikation eines Gedichtes zuvor, Weiterlesen »

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