Und das nicht nur zur Weihnachtszeit!

Ist es wirklich zu glauben? Die Frankfurter Allgemeine Zeitung für Deutschland stellt am Heiligen Abend die erste Seite ihres Feuilletons niemand geringerem als Thilo Sarrazin zur Verfügung. TÖRRÖÖÖ! (Das ist der Sound, mit dem den deutschen Bildungsbürgern der letzte Marsch geblasen wird.)

„Wie schön wäre es, wenn unsere politischen Führer nicht nur über die Halbbildung ihrer Redenschreiber, sondern über eigene Bildung verfügten!“ TÖRRÖÖÖ! Weiterlesen

Charlie Brown in Mönckersheim (V)

KAUM ERWARTET! NIE GEWÜNSCHT. Endlich die Fortsetzung der Charlie Brown-Saga!

Der Wäscheschacht war nun entweder wirklich überaus tief, oder aber der Künstler genannt Schroeder fiel ihn sehr langsam hinunter, denn er konnte sich während des Sturzes in aller Ruhe umsehen und überlegen, was mit ihm jetzt wohl geschehen würde. Als erstes spähte er in die Tiefe hinab, um zu erkennen, was ihm dort bevorstand, aber es war vor lauter Wäsche so dunkel, dass man nichts sehen konnte; dann betrachtete er die Seitenwände des Wäscheschachts und bemerkte, dass sie aus lauter Notenregalen und Wandschränken bestanden; hie und da sah er auch Landkarten und Bilder an Haken hängen: Milwaukee, Mönckersheim, Namibia… Cowboys, Indianer, Dinosaurier, Nazis. Aus einem der Regale nahm er im Vorbeisausen ein Töpfchen mit; es trug ein Etikett mit der Aufschrift „Zauerkraut“, aber zu seiner großen Enttäuschung war es leer. Weiterlesen

Alles Gute zum neuen Jahrzehnt!

Berlin, 01.01.2020: Kriegskanzler zu Guttenberg wies „Superministerin“ von der Leyen, zuständig für Familienplanung, Arbeitsplatzlotterie und Privatfernsehen, heute an, die Redaktionen der beiden halbamtlichen Unterhaltungszeitungen „BILD“ und „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ in Berlin unter einem Dach zusammen zulegen. Damit wird die Regierungsnähe auch räumlich ausgedrückt, meinte der Kriegskanzler vor einer illustren Runde seiner Talkshow-Moderatoren schmunzelnd. Das neue Unternehmen wird den Namen B.A.Z.I. tragen (für „Berliner Allgemeine Zeitungs Illustrierte“); für die koordinierende Schriftleitung hat sich Sexual- und Fototerminministerin Stephanie zu Guttenberg uneigennützig zur Verfügung gestellt. Die beliebte Serie „Ihr Nachbar, der Kinderschänder“ wird auf Seite 3 täglich fortgesetzt. Chefredakteur Johannes B. Kerner wird auch weiterhin das Wunschgespräch der Woche von den beliebtesten Einsatzgebieten unserer Truppe live moderieren. Und hier die Verlustliste vom 30. Dezember.

Titelschutz (4)

Ach, all diese wunderschönen, dies und jenes versprechenden Buchtitel in meiner Lieblingsrubrik „titelschutz“ im Börsenblatt des Deutschen Buchhandels! Diesmal mit viel Christentum und Management und, warum nicht, mit beidem zugleich: „Projektmanagement und Spiritualität“. Es geht halt um die letzten Fragen. Zum Beispiel: „Christus oder Hitler?“. Weil der dazugehörige Verlag seinen Sitz am Dominikanerplatz in Würzburg hat, gehe ich mal davon aus, dass für Adolf diesmal nur ein ehrenwerter zweiter Platz bleibt. Weiterlesen

Aus unserer Serie: So war die deutsche Vergangenheit

Die Stuttgarter Zeitung bietet eine DVD-Reihe mit „Bewegenden Momenten aus privaten Archiven“ zur Geschichte der Stadt an. Was bekommen wir in der 1. DVD zu sehen, „30er & 40er Jahre“?

„Die Zeiten sind nicht einfach: Daimler-Benz steckt in einer schweren Krise, politische Veränderungen sind spürbar. Ob Turnfest, Cannstatter Wasen oder Reichsgartenschau – über allem prangen die Symbole der Nationalsozialisten. Der Krieg legt die Stadt in Trümmer. Doch die Menschen geben nicht auf: Stuttgart blickt nach vorn“.

So also waren die dreißiger und vierziger Jahre in Stuttgart, erst eine Daimler-Benz-Krise, dann diese komischen Fahnen überall, wo die nur herkommen?, und dann auch noch ein Krieg. Aber was soll’s: Stuttgart blickt nach vorn. Bis in die „80er & 90er Jahre“ (DVD 5):

„Bunt, schrill und abwechslungsreich – das sind die 80er und 90er Jahre in Stuttgart. Das Staatstheater und die neue Staatsgalerie ziehen die Menschen in ihren Bann. Die jungen Leute tanzen Hip-Hop und Breakdance. Traditionsbewusst geht es beim jährlichen Faschingsumzug oder beim Fischerstechen auf dem Neckar zu.“

Ja, so wird „deutsche Geschichte von unten“ bebildert.  Irgend jemand noch einen Rest politischen Anstands? Historisches Gewissen? Hallo?

GESCHICHTEN VOM HERRN REINER UND HERRN KAINER (15)

Zivilisation zur Weihnachtszeit

Frisch gefallener Schnee ist etwas sehr Schönes. Jedenfalls so lange, bis die Hundebesitzer Stiefel und Mantel angezogen haben, um ihre Lieblinge „Gassi“ zu führen. Es fällt auf, dass es „Gassi“ und nicht etwa Feldi, Waldi oder Wiesi heisst. Und je enger die Gasse, desto zweifelhafter der Schnee.

„Früher“, murrte Herr Reiner und versuchte sich den Schuh an einem Bordstein zu säubern, „früher haben die Menschen einfach vor die Häuser geschissen. Da waren sie Barbaren. Jetzt haben sie Hunde, die vor die Häuser scheißen. Deswegen haben wir eine Zivilisation“. Weiterlesen