Sep 09 2010
Kulturverschätzung
In der ZEIT beklagt sich Fritz J. Raddatz: „Ich ärgere mich natürlich, wenn man mir für einen Vortrag nur 500 Euro zahlen will, weil ich das als ungerechte Behandlung empfinde. Das ist doch missachtend.“ Wollen wir einmal nachsehen, was ein Krankenpfleger, eine Feuerwehrfrau oder ein Kindergärtner verdient? Und uns dann noch einmal über das Wort „missachten“ unterhalten? Oder darüber, warum Kultur in Deutschland in ein Heer von Habenichtsen und ein paar mehr oder weniger erfreuliche „Prominente“ zerfällt? Wenn, wie Herr Raddatz betont, „Geld eine Art von Wertschätzung“ ist (darüber kann man ja reden), dann ist unsere Gesellschaft offenbar gerade dabei, sich gründlich zu verschätzen.

