Archiv für September 2009

Sep 05 2009

COACH STEINI! CAST ANGELA! RATE OSCAR!

Veröffentlicht von Georg Seeßlen unter Gesellschaft, Krise, Politik.

Der Mensch unserer Zeit wird erst gecoacht, dann gecasted und schließlich gerated. Und dann wieder von vorn. (Früher war das Erziehung, Konkurrenz und Erfolg und auch nicht viel besser. Man wusste nur, dass es ungerecht, gewalttätig und demütigend war.) Neben der politischen und der ökonomischen Macht geht das, was wir früher einmal „Definitionsmacht“ nannten, in die Hände jener über, die coachen, casten und raten. Die Macht der Coacher, Caster und Rater entsteht einerseits durch eine populistisch-mediale Rückkopplung, andererseits durch Akte der Selbstermächtigung. Die Antwort auf ökonomische Krisen ist das Anwachsen der Coaching-, Casting- und Rating-Industrie. Weiterlesen »

Noch keine Kommentare

Sep 04 2009

GESCHICHTEN VOM HERRN REINER UND HERRN KAINER

Veröffentlicht von Georg Seeßlen unter Bayern, Gesellschaft, Krise, Politik, Werbung.

Auf der Homepage der Bavaria GmbH finden Sie alle aktuellen Werbemittel und Geschenkideen der CSU, die Sie dort auch online bestellen können.

Wir würden uns freuen, wenn Sie auch dadurch Ihr Interesse an der Politik der CSU und an der Partei zum Ausdruck bringen.

“Und, Herr Kainer, was wählen Sie?”

“Ich glaub, ich wähle die Freiheit, lieber Herr Reiner.”

“Was für eine Freiheit wollen Sie denn wählen? Wir haben doch schon lauter Freiheiten. Und eine ist freier als die andere!” Weiterlesen »

Ein Kommentar

Sep 01 2009

DUMMHEIT ALS KAPITAL

Veröffentlicht von Georg Seeßlen unter Gesellschaft, Krise, Politik.

Wenn die Dummheit mehrheitsfähig geworden ist, und zwar in eben jener Form, die unentwegt nicht nur Dummheit, sondern auch das Bekenntnis zur Dummheit verlangt, dann ist Nicht-Dummheit (was immer das sein mag, vielleicht beginnt es mit nicht mehr als einem kleinen Unbehagen daran, dass es offensichtlich gesellschaftliche Apparate gibt, in denen jeder, der Geld oder Macht oder einen sogenannten Promi-Status hat, einen Blödsinn vor sich hinreden darf – der Moderator hat immer den andächtigen Dackelblick dazu -, den wir in einem Face-to-Face-Gespräch mit Nachbarn nicht hinnehmen würden) keine Auszeichnung, sondern ein Stigma. Es geht nicht mehr allein darum, dass etwas Dummes gesagt werden kann, sondern dass die Form der Gespräche bereits Dummheit implizieren muss. Würde irgend jemand irgendwann bei Anne Will, nur zum Beispiel, etwas Kluges sagen, so hätte er nicht nur etwas Skandalöses getan, sondern auch das ganze Sendeformat in Frage gestellt, was durchaus einem unflätigen Benehmen in einer Kirche gleichkäme. Jede Talk Show definiert den in einem Segment des Publikums verbindlichen Grad an Dummheit. Und daran sehen wir auch, dass selbst eine durch und durch dumme Gesellschaft selbst in ihren Dummheitsmaschinen immer noch eine Klassengesellschaft ist, in der sich, wer die Dummheit bei Anne Will genießt, sich als etwas Besseres fühlen darf als jener, der sich nachmittägliche Schmuddel-Talkshows „reinzieht“. Weiterlesen »

Noch keine Kommentare

« Zurück