Jan 22 2016

Winzigkeiten (4)

Veröffentlicht von Georg Seeßlen unter Gesellschaft.

MAINSTREAM IST BESSER ALS DEIN STREAM!: Die 32 reichsten Menschen der Welt haben ein Vermögen, das größer ist als das aller anderen Menschen zusammen.

Adeles Album „25“ verkauft sich besser als alle anderen CDs auf der Chartliste zusammen.

Der neue Asterix verkauft sich besser als alle anderen auf der französischen Bestsellerliste des Jahres versammelten Bücher zusammen.

Bevor der Science Fiction-Alptraum Wirklichkeit wird, in dem nur noch zwei, drei Konzerne die Weltmacht teilen haben Kapital und Pop die totale Reduktion bereits vorweg genommen.

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Die Apokalypse kommt, das wissen die Menschen seit es sie gibt. Aber dass sie aussehen wird wie Sigmar Gabriel, Ursula von der Leyen oder Uli Hoeneß, das hätte kein noch so verzweifelter Prophet sich vorauszusagen getraut. Nicht dass sie irgendwie schlimmer wären als ihre Vorgänger bei den apokalyptischen Reitern der politischen und kulturellen Vulgarität. Es ist ihre Entgrenztheit, die sie so furchtbar macht. Von einem Franz Beckenbauer konnte man noch sagen: So einer bin ich nicht, so einer will ich nicht werden. Ja, man konnte gar eine gewisse Einzelhandelsfiliale meiden – wegen der Franz Beckenbauerhaftigkeit ihres Filialleiters. Einer Uli Hoeneßhaftigkeit dagegen ist nicht zu entkommen. So wie es bei Ursula von der Leyen kein „so“ gibt, was man nicht sein und nicht werden wollen könnte. Und Sigmar Gabriel drückt schlicht nichts anderes aus als den Umstand, dass wirklich alles egal ist.

Und trotzdem werden die Hoeneßleyengabriels das alte Mädchen, unsere Bundeskanzlerin, das verblassende Gesicht Deutschlands, zwischenbeerben (bevor die noch Schlimmeren kommen, die wir uns hinter den Bildzeitungszäunen vorstellen). Weiterlesen »

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Dez 31 2015

GESCHICHTEN VOM HERRN REINER UND VOM HERRN KAINER UND VOM HERRN N’BEMBÉ (32)

Veröffentlicht von Georg Seeßlen unter Gesellschaft.

Die Dunkelheit senkte sich über die Stadt wie eine alte Zeitung über einen Dreckhaufen. Was das gnädigste war, das ihr an diesem Tag passierte. Aber unsere Freunde, der Herr Reiner und der Herr Kainer, saßen im Wirtshaus ihres Vertrauens und betrachteten andächtig ihre Weißbiergläser, aus denen die ersten Schlucke schon genommen waren. Und sie warteten auf ihren gemeinsamen Freund, den Herrn N’Bembé, der sich ein wenig zu verspäten schien.

„Manchmal“, sagte Herr Reiner bedächtig, „beschleicht mich ein sonderbares Gefühl.“

„Was mich anbelangt“, warf Herr Kaiser obenhin ein, „brauchen die sonderbaren Gefühle gar nicht zu schleichen.“

Wieder folgte eine längere Pause, in der draußen die große Zeitung mit dem genau so großen Dreckhaufen kämpfte, und drinnen die Ecken in ein andächtiges Halbdunkel versanken, weil, zuviel putzen ist auch nicht gesund.

Dann kehrte Herr Reiner zum Ausgangspunkt seiner Überlegungen zurück und sagte entschieden: „Ich mein’ ja nur.“

„Ja, genau“, pflichtete ihm sein Freund bei.

Und dann war es auch schon Zeit, das nächste Weißbier bei der Kellnerin zu bestellen, die nur eines nicht vertragen konnte: Wenn man sie „Zenzi“ rief. Und jemand, der sich gar zu „Zenzi, Zahlen!“ verstieg, durfte manchmal lang warten. Sehr lang. Aber weder Herr Reiner noch Herr Kainer noch Herr N’Bembé hatte die Kellnerin jemals „Zenzi“ gerufen.

Nach dem ersten Schluck aus dem zweiten Glas, soviel Realismus muss sein, kam der Herr Reiner doch noch damit heraus: „Der Herr N’Bembé, so ein netter, humorvoller, verständiger und bei alledem so unaufgeregter Mensch – manchmal hab’ ich eben diesen Verdacht.“

„Was für einen Verdacht?“, fragte Herr Kainer ruhig. Weiterlesen »

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Dez 26 2015

SPLITTER: Fragen über Fragen

Veröffentlicht von Georg Seeßlen unter Allgemeines,Denken.

Bevor man eine Frage stellt, muss man sich fragen, was sie bedeutet (ob sie von Bedeutung ist/wohin sie führt). Wie vieles, zum Beispiel, kann die Frage bedeuten:

Was gibt es heute abend zu essen?

Sie kann das eine oder das andere aussagen (denn jede Frage bezieht sich auf eine Aussage, so wie die Frage „Wer bin ich?“ nur Sinn macht in Bezug auf die Aussage „Ich bin“). Die Frage „Was gibt es heute abend zu essen?“ kann zum Beispiel bedeuten: Ich habe Hunger. Sie kann bedeuten: Mir ist langweilig. Sie kann bedeuten: Ich interessiere mich für den kulinarischen Diskurs.

Als Ableitung kann sie verstanden werden als „Wann gibt es endlich etwas zu essen?“ oder aber auch „Heute gibt es hoffentlich etwas anderes als gestern“.

In der Alltagspraxis wissen wir, dass die Frage

„Was gibt es heute abend zu essen?“

kolossalen Sprengstoff enthält und manch ein schwer einzudämmender Streit mit ihr begann. Es ist aber auch ebenso empirisch nachweisbar, dass die selbe Frage zu hoch interessanten Gesprächen, die Zubereitung von, sagen wir, Risotto, führen kann.

Man kann sich aber auch eine Frage vornehmen wie

Ist der Marxismus eine Wissenschaft?

Und schon sind wir wieder bei Foucault.

Jetzt kommen wir nämlich nicht mehr darum herum, die Frage zu beantworten: Warum ist es eigentlich wichtig, zu unterscheiden, ob Marxismus eine Wissenschaft ist oder nicht? Weiterlesen »

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Dez 12 2015

Unterwegs (11)

Veröffentlicht von Georg Seeßlen unter Gesellschaft.

 Lektüren in Frühstücksräumen und Hotellobbies

 

Ein Hotel ist eine Welt für sich, manchmal ein safe space. Erst wenn man dort einmal länger warten muss erkennt man es. Wer nicht gerade kommt oder nicht gerade geht ist ein Gespenst. Die Hölle ist ein Hotel, und der Himmel natürlich auch. In diese Gespensterwelt, die man nur wahrnimmt, wenn man nun eben gerade nichts macht, und schon gar nicht kommt oder nicht geht (man könnte sich vielleicht ein bisschen wichtigmachen, um zu prüfen, ob man überhaupt noch unter den Lebenden weilt) reichen Druckwaren aus deutschen Landen um es besonders gespenstich zu machen.

 

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Wo lernen die eigentlich dieses Haifischgrinsen? Da denkt man nichts böses und gabelt dann so etwas zum Frühstück: „Top 100 – Die attraktivsten Arbeitgeber Deutschlands 2015“. Da gibt es einerseits ganz viele Frauen und Männer in Business-Klamotten, gern auch mal bei Sport und in der Freizeit, und sie alle (wirklich alle) haben dieses Grinsen, das so gar nichts freundliches an sich hat, sondern einfach Raubtiere zeigt, die bereit sind, sich den besten Teil aus der Beute zu reissen. Dann gibt es auch „die Universum Top 100 Rankings“ als „ideale Arbeitgeber“. Die ersten Plätze belegen übrigens BMW, Audi, Porsche, Google, Volkswagen, Daimler / Benz, Lufthansa und so weiter beim „Business“-Sektor. Im „Bereich Engineering“ sind es dagegen Audi, BMW, Porsche, Volkswagen, Daimler / Benz, Siemens, Lufthansa. Und so geht das weiter, Seite um Seite. Vielleicht ist das eine Art Karrieristen-Porno?

Alles für die entsprechenden Typen nach dem „Persönlichkeitsprofil“ wie „Harmoniser“, „Karrierist“, „Leader“ oder „Hunter“. Weiterlesen »

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Nov 12 2015

Winzigkeiten (3)

Veröffentlicht von Georg Seeßlen unter Allgemeines,Gesellschaft.

Friedrich Schorlemmer hat ein Buch mit 768 Seiten herausgegeben, das der Verlag so bewirbt:

„Mit einem Wort in den Tag hineingehen. Den Tag mit einem Wort ausklingen lassen. Fünf Minuten innehalten“.

Da halte ich mit:

Guten Morgen. Scheißampel. Gute Nacht.

Gern geschehen.

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Geldanlage 2016. Der Münchner Bankengipfel. Das ist eine „Sonderveröffentlichung in der Süddeutschen Zeitung“. Das ist schon ohnehin Realsatire, wie man so sagt. Aber das Titelblatt ist echt eine Wucht: Zwölf Männer in Anzug und Schlips fummeln mehr oder doch eher weniger, sehr viel weniger fachgerecht an Steuer, Tauen und Kurbeln einer Yacht herum: „Kurs halten. Weiterlesen »

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Nov 05 2015

GESCHICHTEN VOM HERRN REINER UND HERRN KAINER UND VOM HERRN N’BEMBÉ (31)

Veröffentlicht von Georg Seeßlen unter Gesellschaft.

„Wissen Sie“, frug Herr N’Bembé, als sich die Herrn Reiner und Kainer zu ihm gesetzt und stumm der Kellnerin das Weißbier-Signal gegeben hatten, „was mich an den Eingeborenen hier immer wieder verblüfft?“

Die Herrn Reiner und Kainer schwiegen erwartungsvoll.

„Diese Fröhlichkeit. Alles wird mit einem Lachen gemacht. Und die Lautstärke dazu. Es ist eben noch ein kindliches, unverdorbenes Volk.“

Die Herrn Reiner und Kainer sahen Herrn N’Bembé so verblüfft an, dass sie beinahe vergaßen, den magischen ersten Schluck zu nehmen. Herr N’Bembé legte daher eine rücksichtsvolle Pause ein. Dann fuhr er fort: „Sehen Sie sich etwa den Herrn Seehofer an. Immer lachen. Immer grinsen. Der kann die fürchterlichsten Dinge machen oder sagen, aber er grinst dabei. So sind die Eingeborenen hier. Sie lassen sich nie die gute Laune verderben.“

„Ja“, sagte Herr Reiner, „da haben Sie vielleicht recht. Wir haben ja früher den Verdacht gehabt, man habe ihm das Grinsen einoperiert. Aber vielleicht sind wir wirklich einfach ein grinsendes Volk.“

„Aber bestimmt.“ Herr N’Bembé sah versonnen aus dem Fenster auf den herbstlich ruhenden Biergarten hinaus. „Sehen Sie: wir Afrikaner. Wir kommen in dieses Land. Und was wollen wir? Arbeiten. Etwas Aufbauen. Demokratie. Und denken gar nicht daran, wie wir damit die Eingeborenen überfordern. Aber die lassen sich ja ihre Fröhlichkeit nicht nehmen. Weiterlesen »

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Nov 04 2015

Eins auf die Presse, mein Herzblatt (47)

Veröffentlicht von Georg Seeßlen unter Gesellschaft.

Das hätte ich auch nicht gedacht, dass ich in meinem Leben noch einmal das ZDF verteidigen müsste. Aber ausgerechnet in der F.A.Z. von einem Pegida-reifen Artikel auf der Medienseite mit dem Titel „Kopflos“ angegangen zu werden, weil man in der „Flüchtlingskrise“ zu soft sei und etwa einen Facebook-Post der Polizei in Mecklenburg-Vorpommern zitiere, nach dem es „angesichts des Flüchtlingszuzugs nicht mehr Kriminalität“ gebe, aber eine Sonderkommission in Braunschweig nicht erwähne, die Kriminalität unter Flüchtlingen untersucht, das hat nicht einmal das ZDF verdient.

Also, erst einmal die Fakten. Sonderkommission Braunschweig. Jaja: Die Polizei hatte im Laufe des Jahres einen – so berichtete FOCUS –  „bemerkenswerten Anstieg von Straftaten verzeichnet, bei denen Asylbewerber unter Tatverdacht standen, wie ein Sprecher sagte.“, so berichtete der Focus. Sagen wir mal so: Diese Kommission hat sich unter dem bemerkenswerten Namen „Soko Asyl“ gegründet. Und was man in der selben Zeitung, der F.A.Z nämlich, an anderem Ort hätte erfahren können, wird auch nicht erwähnt: Unter dem Strich, sagt nämlich Kriminaldirektor Küch da, würden ihn die Ergebnisse der Braunschweiger Soko nicht überraschen. „Ich bin seit 41 Jahren bei der Kriminalpolizei. Es ist ganz normal, dass bei so vielen Menschen auch Kriminelle dabei sind, so wie es auch niemand erstaunt, dass bei 80.000 Leuten im Stadion ein paar Idioten dabei sind.“ Weiterlesen »

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Nov 03 2015

ALLES WISSEN. Abschweifung über die Bibliothek

Veröffentlicht von Georg Seeßlen unter Gesellschaft.

Eine Bibliothek ist der Versuch, das Wissen zu veräumlichen. Selbst wenn man kein Buch lesen kann, ist eine Bibliothek ein Anblick des geordneten Wissens. Man weiß, dass eine Bibliothek Wissen bedeutet. Ein wenig so, wie man weiß, dass Geld Reichtum bedeutet. Nämlich etwas, das nicht allein durch eine Handhabung, sondern durch einen umfassenderen Gebrauch sein Potential entfaltet. Man muss das Buch lesen und auf eine oder andere Art verstehen, um es in Wissen zu verwandeln. Wer nicht lesen kann, der kann noch so viele Bücher haben, und hat doch kein Wissen davon, vielmehr hat er eine besonders unsinnige Art von Dekoration.

Bibliothek wird eine Ansammlung von Büchern erst, wenn sie mehr Bücher enthält, als ein einzelner Mensch lesen und verstehen kann. Es müssen sich subjektive Beziehungen und objektive Ordnungsprinzipen treffen. In der Ordnung seiner Bibliothek drückt ein Mensch seine Persönlichkeit aus.

Wann wird aus einer Ansammlung von Büchern eine Bibliothek? Offensichtlich müssen die Bücher den Raum erfassen. Eine Bibliothek ist nicht nur Dokumentation vergangener Lese-Erfahrungen, sondern auch Verheißung kommender. Schon deshalb müssen Bibliotheken wachsen. Sie wachsen gelegentlich über die Menschen, die sie angelegt haben, hinaus.

So wird die Bibliothek auch zu einem unheimlichen Ort. Es gibt Bibliotheken, in denen Menschen nur ermordet werden können. Es ist das Privileg einer vergangenen Bürgerlichkeit, in einer Bibliothek ermordet zu werden.

Die digitale Organisation des Wissens ist zugleich Fortsetzung und Ergänzung als auch Widerspruch zur Bibliothek. Durch die Digitalisierung des Wissens und der Texte wird die Bibliothek natürlich zu einem Ort des Luxus. Sie wird nicht wirklich gebraucht, und doch ertrüge man die Welt nicht ohne sie. Weiterlesen »

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Nov 03 2015

Die Abschaffung des Luxus

Veröffentlicht von Georg Seeßlen unter Allgemeines,Gesellschaft.

Es besteht ein Zusammenhang zwischen Protz, Prunk und Luxus. Sie ähneln einander im äußerlichen so sehr wie sie im Inneren voneinander geschieden sind. Der Protz (den man eindeutig negativ konnotiert hat) ist eine reine Imponiergeste. Man zeigt den anderen, über welche Kaufkraft man verfügt, was man sich leisten kann (einschließlich geschmacklicher Abweichung), und vor allem, wie unterschieden man von ihnen ist. Der Prunk ist schon eine Sache des guten Geschmacks. Prunk adelt nicht nur den Besitzer, sondern auch den Ort. Ein protziges Haus ist kein angenehmer Anblick, ein prunkvolles kann es durchaus sein. Es kann schön sein über die Masken und Spiegeln des Besitzers hinaus. Vollends entrückt ist der Luxus, der nicht nur eines materiellen sondern auch eines sozialen Nutzens enthoben ist. Luxus kann einen Aspekt des Prunks haben, im Extremfall sogar einen Aspekt des Protzes, sein Wesen tangiert das aber nicht. Luxus kann etwas sein, das keine Berührung mit der Außenwelt hat, keinerlei performatives Element, sondern reine „unvernünftige“ Schönheit.

Nehmen wir als Beispiel das Schloß Neuschwanstein des späten „Märchenkönigs“ Ludwig II. in Bayern. Natürlich könnte man es zunächst als „protzig“ ansehen, schließlich samplet es ja Zeichen von Macht, Reichtum und Verschwendung. Aber dazu ist es, bei näherem Hinsehen, viel zu sehr schon aus seiner Zeit gefallen, es ist zu introvertiert, zu „krank“. Und damit eignet es sich letzten Endes auch nicht zum Prunk. Wirklich guten Geschmack wird diesem seltsamen Märchenschloss niemand zubilligen, Weiterlesen »

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Okt 30 2015

Das Geld und die Freiheit als Tauschobjekt

Veröffentlicht von Georg Seeßlen unter Denken.

Onkel Dagobert lebt hier nicht mehr

Das Wesen des Geldes ist es, mehrere Wesen zu haben bzw. zu sein. Diese Wesen können sich durchaus widersprüchlich zueinander verhalten, so dass eine Theorie des Geldes ohne weiteres neben einer anderen bestehen kann, die etwas ganz anderes besagt. Die interessantesten Terrains sind natürlich jene, in denen sich die Felder unterschiedlicher Geld-Theorien überschneiden.

Wäre das Geld etwas, dann hätten die Menschen es wahrscheinlich schon längst wieder abgeschafft. Jede Utopie beinhaltet die Abschaffung des Geldes. Jedes historische Projekt zerbricht letztlich an der Unabschaffbarkeit des Geldes. Denn das Geld ist nicht nur etwas, sondern immer auch etwas anderes.

Eine Theorie, eine der kleineren, besagt, dass das Geld als Potential, als Wahlmöglichkeit im Waren- und Dienstleistungskreislauf dem Konsum(gut) gegenüberstehen würde. Geld ist also eine Form von Freiheit. Diese Freiheit (natürlich eine besondere und beschränkte Form der Freiheit auf dem Markt) wird gegen das Konsumgut eingetauscht, welches sich inszeniert hat als die Erfüllung eines Wunsches.

Es ist also verständlich, dass ich bei jedem Kauf-Akt Freiheit gegen Wunscherfüllung tausche. (Unnötig zu sagen, dass auch der Wunsch etwas sehr kompliziertes ist, in einer Linie zwischen Notwendigkeit, Begehren und Paranoia.) Je weniger Geld ich habe, desto größer ist der Verlust an Freiheit, den ich für eine Wunscherfüllung in Kauf nehmen muss. Viele Menschen wollen mehr Geld verdienen, als sie eigentlich brauchen, weil sie dies als Freiheit empfinden. Weiterlesen »

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